Karte: Libyen mit Tripolis

Extremisten in Libyen Ansar al-Sharia löst sich auf

Stand: 28.05.2017 08:22 Uhr

Die mit dem Terrornetzwerk Al Kaida verbundene libysche Extremistengruppe Ansar al-Sharia hat ihre Selbstauflösung bekannt gegeben. Machtkämpfe hätten die Gruppe geschwächt, die hinter dem Anschlag auf die US-Botschaft in Bengasi 2012 vermutet wird.

Eine der ehemals größten libyschen Jihadistengruppen, Ansar al-Sharia, hat ihre Selbstauflösung bekannt gegeben. In einer im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, der bewaffnete Kampf werde nicht fortgesetzt.

Zur Begründung hieß es, die Gruppe habe heftigen Verluste in den Kämpfen mit den Truppen des libyschen Rebellenkommandeurs Chalifa Haftar erlitten. Dabei sei auch die gesamte Führung der Gruppe getötet worden - Ende 2014 bereits ihr Anführer Mohamad Asahawi. Jahrelange Kämpfe hätten Ansar al-Sharia "geschwächt". Zahlreiche Kämpfer von Ansar al-Sharia sind zudem zum IS übergelaufen.

Verbindungen zu Al Kaida

Ansar al-Sharia - "Anhänger des islamischen Gesetzes" - wird von den USA und den Vereinten Nationen als Terrororganisation eingestuft. Ihr werden Verbindungen zu dem Terrornetzwerk Al-Kaida nachgesagt.

Die USA machen die Gruppe für den Anschlag auf ihr Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi vom 11. September 2012 verantwortlich. Dabei wurden der US-Botschafter Christopher Stevens sowie drei weitere US-Bürger getötet.

In verschiedenen Städten aktiv

Chalifa Haftar
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Rebellenkommandeur Haftar

Ansar al-Sharia war wie andere bewaffnete Gruppen nach dem Sturz und dem Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 entstanden. Die Gruppe war nicht nur in der zweitgrößten libyschen Stadt Bengasi aktiv, sondern auch in Derna sowie in Gaddafis Heimatstadt Sirte. Bengasi wird aber inzwischen zu großen Teilen von Haftars Truppen kontrolliert. Dieser kämpft im Osten Libyens gegen Regierungstruppen sowie Aufständische.

Seit dem Tod Gaddafis beherrschen konkurrierende Söldnertruppen das ölreiche Land. Auch der "Islamische Staat" (IS) nutzt die unübersichtliche Lage aus, um sich in dem nordafrikanischen Staat auszubreiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Mai 2017 um 04:00 Uhr

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