Afrikanische Flüchtlinge an Bord eines Hilfsschiffs | Bildquelle: dpa

Sklavenhandel mit Migranten Ein Flüchtling kostet ab 200 Dollar

Stand: 11.04.2017 20:32 Uhr

Sie werden vergewaltigt, müssen schwere Arbeiten verrichten oder anschaffen gehen: Immer wieder fallen Flüchtlinge in Nordafrika skrupellosen Sklavenhändlern in die Hände. Die IOM spricht von regelrechten "Sklavenmärkten".

In Nordafrika hat sich der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge ein moderner Sklavenhandel mit Migranten und Flüchtlingen entwickelt. In Libyen und Niger fallen Flüchtlinge demnach immer wieder skrupellosen Sklavenhändlern in die Hände. Es gebe regelrechte "Sklavenmärkte", sagte der IOM-Vertreter in Libyen, Othman Belbeisi. "Sie gehen zum Markt, und dort können sie für 200 bis 500 Dollar einen Migranten kaufen", sagte er. Die Flüchtlinge müssten für ihre Käufer schwerste körperliche Arbeiten verrichten.

Einigen der Flüchtlinge gelinge nach dem Kauf die Flucht, andere blieben in ihrer Zwangslage. Der Leiter der IOM-Sondereinsätze Mohammed Abdiker sprach von "katastrophalen Zuständen". Die Migranten, die den Menschenhändlern in die Hände fielen, seien "konfrontiert mit systematischer Mangelernährung, sexuellem Missbrauch bis hin zum Mord". Dem IOM zufolge werden Frauen in die Prostitution gezwungen und vergewaltigt.

IOM stützt sich auf Zeugenberichte

Schon seit einigen Jahren betrieben Menschenhändler das schmutzige Geschäft mit der Sklaverei, berichtet die Organisation weiter. Bei den Opfern handele es sich um Menschen aus anderen afrikanischen Ländern, etwa aus dem Senegal und aus Gambia.

Die IOM stützt ihre Aussagen auf Zeugenberichte. Angaben zur Zahl der betroffenen Menschen lägen nicht vor, hieß es. Nach IOM-Schätzungen warten Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder in Libyen auf eine Überfahrt nach Europa.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. April 2017 um 18:03 Uhr

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