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21.11.2009

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Drei Tote nach neuer Gewalt im Libanon

Hisbollah gegen Siniora

Drei Tote nach neuer Gewalt im Libanon

In der libanesischen Hauptstadt ist es am Abend erneut zu schweren Kämpfen zwischen bewaffneten Anhängern der Hisbollah-geführten Opposition und der anti-syrischen Regierung gekommen. Mindestens drei Menschen wurden getötet, zehn weitere verletzt.

Augenzeugen berichten, am Abend seien maskierte Kämpfer durch die Straßen Beiruts patrouilliert. Straßensperren seien errichtet worden. Man habe Schüsse aus Maschinengewehren und Mörserfeuer gehört. Viele Einwohner der Stadt brachten sich in Schutzräumen in Sicherheit. Ein Offizier der libanesischen Armee, die ihrerseits zwischen die Fronten geriet, sagte, die Lage sei "nicht mehr kontrollierbar".

Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Neue Gewalt: Brennende Reifen versperrten die Straßen im Libanon. ]
Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Mit schusssicherer Weste zwischen den Fronten: Soldat der libanesischen Armee. ]

Nasrallah-Rede führte zu neuer Gewalt

Die Situation hatte sich am Abend nach einer Rede von Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah zugespitzt. Dieser hatte in einer im Fernsehen übertragenen Rede erklärt, die pro-westliche Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora habe den Krieg gegen die Hisbollah beschlossen. "Ein Krieg hat begonnen, (...) und wir haben das Recht, unsere Waffen zu verteidigen", hatte er in einer von arabischen Sendern ausgestrahlten Rede erklärt. "Eine neue Ära hat begonnen", fügte er hinzu.

Der Hisbollah-Chef meldet sich aus seinem Versteck: In Beirut sehen sich libanesische und ausländische Journalisten die Rede von Nasrallah an.  (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Hisbollah-Chef meldet sich aus seinem Versteck: In Beirut sehen sich libanesische und ausländische Journalisten die Rede von Nasrallah an. ]
Zu den Waffen der Hisbollah zähle auch das von ihr betriebene eigene Telekommunikationsnetz. Siniora und seinen Verbündeten warf Nasrallah vor, Befehle von der US-Regierung entgegenzunehmen. "Das ist kein Staat, das ist eine Bande", beschimpfte er die Kabinettsmitglieder.

Regierung hatte Hisbollah-Telefonnetz verboten

Die Regierung hatte das von der Hisbollah betriebene Telefonnetz und die von ihr installierten Überwachungskameras am Flughafen Beirut am Dienstag für illegal erklärt und damit die jüngste Gewaltwelle ausgelöst. Außerdem hatte das Kabinett den der Hisbollah nahestehenden Sicherheitschef des Flughafens entlassen. Nasrallah drohte, jeder, der den Posten nun übernehme, werde von der Hisbollah als Verräter angesehen.

Hisbollah: Staat im Staate: Die schiitische Hisbollah stellt im Libanon eine bedeutende Kraft dar. Die "Partei Gottes" beherrscht unter anderem das Gebiet, das an Israel grenzt, ist aber auch ein wichtiger Faktor in der Zivilwirtschaft und der Politik. Bei der schiitischen Bevölkerung ist die Hisbollah auch wegen ihres sozialen Engagements beliebt. Sie unterhält Schulen für 14.000 Kinder und mehrere Krankenhäuser. Allen Forderungen nach einer Entwaffnung hat sich Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah bisher erfolgreich widersetzt.

Der UN-Sicherheitsrat rief die verfeindeten Parteien zur Zurückhaltung auf. Die Situation könne nur durch einen politischen Dialog, nicht durch Gewalt gelöst werden, hieß es in einer Erklärung, die der Ratsvorsitzende und britische UN-Botschafter John Sawers nach internen Beratungen in New York verlas. Vordringlich sei die Wahl eines neuen Präsidenten und die Entwaffnung der libanesischen und nicht-libanesischen Milizen.

Der UN-Beauftragte für den Libanon, Terge Roed-Larsen, hatte zuvor erklärt, angesichts des Machtvakuums der vergangenen Monate hätten offenbar mehrere paramilitärische Gruppen ihre Waffenarsenale ausgebaut. Die Hisbollah, die größte Miliz, unterhalte nach wie vor eine eigene paramilitärische Infrastruktur neben der staatlichen. Dies verstoße gegen die Vorgaben der Vereinten Nationen, die eine Entwaffnung der Milizen gefordert hatten.

Stand: 08.05.2008 22:28 Uhr
 

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