Dutzende Tote und Verletzte bei Anschlag in Beirut

Autobombenexplosion in Beirut (Bildquelle: dpa)

Anschlag offenbar auf Hisbollah

Dutzende Tote und Verletzte in Beirut

In der libanesischen Hauptstadt Beirut sind bei einer Explosion mindestens 14 Menschen getötet worden. Im Süden der Stadt sei eine Autobombe detoniert, teilte die Armee mit. Die Angaben über die Todesopfer schwanken noch zwischen 14 und 20. Wie die amtliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, wurden mehr als 200 Menschen verletzt.

Unter den Trümmern von Häusern lägen noch Menschen, sagte der Chef des libanesischen Roten Kreuzes, George Kattaneh. Umliegende Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf.

Zentrum der Hisbollah getroffen

Die Explosion ereignete sich in der Nähe eines Gebäudekomplexes an der Grenze zwischen den Vierteln Bir al Abed und Roueiss. Der Ort gilt als Zentrum der schiitischen Hisbollah-Bewegung, die die Süden Beiruts kontrolliert. Laut Augenzeugen wurde der Gebäudekomplex von der Hisbollah genutzt.

Nach ersten Einschätzungen soll das Fahrzeug mit mindestens 60 Kilogramm Sprengstoff beladen gewesen sein. Die Detonation setzte Autos und Gebäude in dem Geschäfts- und Wohnviertel in Brand.

Autobombenexplosion in Beirut (Bildquelle: dpa)
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Etwa 100 Autos wurden durch die Wucht der Detonation beschädigt oder brannten gar völlig aus.

Die Hisbollah sperrte die Straßen rund um den Ort der Explosion ab. Mitglieder der Gruppe äußerten offenbar den Verdacht, es könnte sich um einen Selbstmordattentäter gehandelt haben, da Körperteile nahe des Wagens gefunden worden seien.

Tote bei Anschlag in der libanesischen Hauptstadt
tagesschau 17:00 Uhr , 15.08.2013

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Bombenanschlag in Beirut
F. Ludwig, ARD Kairo
15.08.2013 20:12 Uhr

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Brigade von Aischa droht mit weiteren Attentaten

In einer Video-Botschaft bekannte sich eine Sunniten-Gruppe mit dem Namen "Brigade von Aischa" zu dem Anschlag. Sie drohte mit weiteren Attentaten auf die Hisbollah. Der Anschlag sei die zweite Botschaft an Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah, sagte ein Maskierter in einem Youtube-Video. Neben ihm standen zwei Bewaffnete. Der Sprecher rief die Libanesen auf, sich von Hisbollah-Zentren fernzuhalten.

Der Anschlag ist der dritte in diesem Jahr im Süden Beiruts. Bei einer Explosion Anfang Juli waren 53 Menschen verletzt worden. Im Mai waren zwei Raketen in der Gegend eingeschlagen.

Autobombenexplosion in Beirut (Bildquelle: dpa)
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Dieser brennende Gebäudekomplex soll von der Hisbollah genutzt worden sein.

Libanon leidet zunehmend unter Bürgerkrieg in Syrien

Die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten in der ohnehin konfessionell zersplitterten libanesischen Gesellschaft wachsen. Immer mehr wird das Land, das selbst noch unter den Folgen des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 leidet, in den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien hineingezogen.

Viele Libanesen lehnen es ab, dass die schiitische Hisbollah-Miliz an der Seite der Soldaten des syrischen Präsidenten Baschar al Assad kämpft. Sie hat ihm zu wichtigen Erfolgen über die überwiegend sunnitischen Rebellen verholfen. Assad selbst gehört den Alawiten an, die aus den Schiiten hervorgegangen sind. Zudem hat der Libanon mehr als eine halbe Million Syrer aufgenommen, die vor dem Bürgerkrieg aus ihrem Land geflohen sind.

Stand: 15.08.2013 20:20 Uhr

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