Der sunnitische Politiker Saad Hariri | Bildquelle: dpa

Libanon Hariri soll Regierung bilden

Stand: 03.11.2016 14:35 Uhr

Saad Hariri ist erneut zum Ministerpräsidenten im Libanon ernannt worden. Überraschend ist die Ernennung nicht: Hariris Unterstützung des kürzlich gewählten Präsidenten Aoun war an die Bedingung geknüpft, Hariri den Regierungsauftrag zu geben.

Libanons kürzlich gewählter Präsident Michel Aoun hat den früheren Ministerpräsidenten Saad Hariri zum Regierungschef ernannt. Erst als Hariri, der zwischen 2009 und 2011 schon einmal Ministerpräsident war, seinen Widerstand gegen den Ex-General Aoun aufgegeben hatte, war dessen Wahl zum Präsidenten möglich geworden. Teil der Abmachung war es, dass Hariri erneut das Amt des Ministerpräsidenten bekommt.

Schiitische Hisbollah stimmte gegen Hariri

In einer Abstimmung im Parlament haben sich 112 von 127 Abgeordneten für Saad Hariri ausgesprochen und diesen damit dem Präsidenten Michel Aoun zur Ernennung vorgeschlagen, hieß es in einer Mitteilung des Präsidentenpalastes. Der Block der schiitischen Hisbollah stimmte gegen Hariri, der ein scharfer Gegner der Hisbollah ist.

Zwei Jahre ohne Präsident

Aoun selbst war erst am Montag nach mehreren Anläufen vom Parlament zum 13. Präsidenten des Libanon gewählt worden. Kurz darauf wurde der frühere Militärkommandeur und Hisbollah-Verbündete vereidigt.

Aoun versprach nach seiner Wahl politische und wirtschaftliche Reformen und forderte die zerstrittenen politischen Fraktionen in seinem Land zu einer "wirklichen Partnerschaft" auf. Mehr als zwei Jahre lang hatte es im Libanon kein Staatsoberhaupt und somit ein Machtvakuum gegeben. Der 46-jährige Hariri war bereits zwischen 2009 und 2011 Ministerpräsident, bis seine Regierung von der Hisbollah gestürzt worden war.

Eine Frau feiert die Wahl Michel Aouns zum Präsidenten. | Bildquelle: AFP
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Eine Frau feiert die Wahl Michel Aouns zum Präsidenten.

Die Menschen freuen sich auf der Straße über die Wahl Aouns. | Bildquelle: AP
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Die Menschen freuen sich auf der Straße über die Wahl Aouns.

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