Menschen am Anschlagsort in Beirut | Bildquelle: AFP

Verheerende Attacken in Beirut Viele Festnahmen nach Doppelanschlag

Stand: 16.11.2015 00:57 Uhr

44 Tote, mehr als 200 Verletzte - das ist die grausige Bilanz des Beiruter Doppelanschlags vom vergangenen Donnerstag. Jetzt haben die Behörden bis zu elf Männer festgenommen. Der "Islamische Staat" hatte sich zu der Attacke auf ein Schiiten-Viertel bekannt.

Drei Tage nach dem Doppelanschlag in Beirut mit 44 Toten und mehr als 200 Verletzten hat die libanesische Polizei elf Verdächtige festgenommen. Es handele sich um acht Syrer und drei Libanesen, teilten Sicherheitskreise laut der Nachrichtenagentur AFP mit. Andere Agenturen hatten zuvor unter Berufung auf Innenminister Nuhad al-Maschnuk von neun Festnahmen berichtet.

Libanons Innenminister Maschnuk | Bildquelle: AP
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Innenminister Maschnuk sagte, das "ganze Selbstmordattentäternetz" sei ausgehoben worden.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte sich zu dem Anschlag am Donnerstag in einer belebten Geschäftsstraße im Viertel Burdsch al-Baradschne bekannt, einer Hochburg der schiitischen Hisbollah. Diese unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Präsident Baschar al-Assad.

Maschnuk gab bekannt, einer der Festgenommenen habe sich auch in die Luft sprengen wollen, bei einem weiteren handele es sich um einen Schleuser, der die Gruppe aus Syrien in den Libanon geschmuggelt habe. "Das ganze Selbstmordattentäternetz und seine Unterstützer wurden festgenommen", sagte Maschnuk. Sieben Syrer seien in einem palästinensischen Flüchtlingslager beziehungsweise in einer Ostbeiruter Wohnung festgenommen worden, in der auch die Sprengstoffgürtel angefertigt worden seien. Die Festnahmen seien binnen 48 Stunden nach dem Doppelanschlag erfolgt.

Die Gruppe wollte nach Angaben des Innenministers eigentlich fünf Selbstmordattentäter in ein Krankenhaus schicken. Wegen der scharfen Sicherheitsvorkehrungen dort hätten sie ihr Ziel geändert und die Geschäftsstraße ausgewählt. Er rechne mit weiteren Anschlägen, sagte Maschnuk.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. November 2015 um 00:45 Uhr.

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