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Goethe-Institut lädt zum Lesen ein

Der "Biblio-Bus" auf Tour durch Gaza

Ferienzeit im Gazastreifen. Doch viel Abwechslung haben die meisten Kinder nicht. Da trifft es sich gut, dass einmal pro Woche der Bücher-Bus des Goethe-Instituts vorbeikommt und neuen Lesestoff mitbringt. Oft noch ängstlich entdecken viele Kinder schnell die Liebe zu Büchern.

Von Sebastian Engelbrecht, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

Es ist Ferienzeit im Gazastreifen. Eine Horde von Kindern trifft sich in einem Jugendzentrum in Rafah, im Süden, an der Grenze zu Ägypten. Hier hält der "Biblio-Bus" des Goethe-Instituts und des französischen Partners Institut Français.

Der weiße Kleinbus mit 1500 Büchern stoppt in den Sommermonaten einmal in der Woche am Jugendzentrum von Rafah. Das Haus mit dem grünen Rasen dahinter ist eine Oase in der Stadt mit ihren sandigen Straßen. 30 Kinder sitzen im Halbkreis um die geöffnete Schiebetür. Auf Plastiktischen haben sie die Bücher ausgebreitet, die sie gerade ausgeliehen haben.

Biblio-Bus im Gazastreifen
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Der Biblio-Bus ist da - für viele Kinder im Gazastreifen die einzige Abwechslung in den Ferien.

Lina al Nadschar, elf Jahre alt, tut sich ein bisschen schwer mit dem Vorlesen der "Geschichte von der verzauberten Gans". Zu Hause, in der Wohnung ihrer Eltern, gibt es kein einziges Kinderbuch.

Die Liebe zum Lesen

Die Palästinenserin Amal El-Raz aus Gaza, eine Frau im pinken Kopftuch, die oft strahlend lächelt, begleitet Kinder wie Lina im Bücherbus des Goethe-Instituts: "Wir versuchen, die Liebe zum Lesen zu vermitteln. Manchmal kommen Kinder, die Angst vor dem Lesen haben. Dann sagen wir ihnen: 'Guckt Euch nur die Bilder an!', um die Barriere abzubauen. Dann fangen sie doch langsam zu lesen an. Oder wir geben ihnen Kreuzworträtsel zum Lesen."

Große Lese-Fortschritte hat die elfjährige Hiba gemacht. Sie trägt den Beginn des Grimmschen Märchens von Schneewittchen vor. In den Regalen des "Biblio-Busses" stehen zu je einem Drittel Bücher in arabischer, deutscher und französischer Sprache. Am beliebtesten ist bei den Kindern natürlich alles Arabische.

Der "Biblio-Bus" kommt
S. Engelbrecht, ARD Tel Aviv
10.08.2012 10:03 Uhr

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Der Erfinder des Busses

Der Erfinder des Busses heißt Jörg Schumacher. Er ist Direktor des Goethe-Instituts in Ramallah: "Wir haben einen kompletten Bestand in diesen drei Sprachen. Das heißt, wir haben im Arabischen erst mal alles, was an Kinder- und Jugendbuchliteratur vom Deutschen ins Arabische übersetzt ist. Dazu zählt 'Die unendliche Geschichte', 'Momo' und eine ganze Reihe von Kinderillustrationen."

Schumacher will den Kindern im isolierten Gazastreifen ermöglichen, am "Kulturleben" teilzunehmen - auch am Kulturleben aus einer fremden Welt: Europa. "Neben dem, was für uns wichtig ist, ist dieser Bus, glaube ich, einfach ein Heidenspaß und eine große Abwechslung für das Leben des durchschnittlichen Kindes in Gaza City, wo eben nicht so viele fröhliche Busse durch die Stadt fahren und der Alltag durch viele andere Dinge geprägt ist", sagt er. "Von daher würden wir uns für Gaza manchmal wünschen, der Bus wäre größer."

Zweite Route Westjordanland

Der Bus "funktioniert phantastisch", sagt Schumacher. Den zweiten Sommer fährt er nun schon durch Gaza. Von September bis Mai ist er dann im Westjordanland unterwegs. Übrigens bringen die palästinensischen Kinder hier wie dort ausgeliehene Bücher brav zurück.

Stand: 12.08.2012 13:06 Uhr

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