Zwei Arbeiter des Räumungsdienstes schippen am 09.01.2018 in Zermatt Schnee. | Bildquelle: AP

Schneemassen zu groß Zermatt bleibt von Außenwelt abgeschnitten

Stand: 10.01.2018 11:23 Uhr

Wegen heftigen Schneefalls sind im Schweizer Skiort Zermatt Tausende Menschen eingeschlossen. Die Behörden hatten gehofft, die Bahnstrecke am Vormittag wieder frei zu bekommen. Doch die Schneemassen sind zu groß. Auch in anderen Alpenregionen besteht Lawinengefahr.

Die Hoffnung auf die Wiederaufnahme des Zugbetriebs in den abgeschnittenen Skiort Zermatt hat sich zerschlagen. Die Bahnlinie wird doch nicht wie geplant heute eröffnet. Bei den Räumungsarbeiten seien größere Schneemassen als erwartet vorgefunden worden, teilte die Matterhorn-Gotthard-Bahn mit. Die Strecke bleibe bis auf weiteres geschlossen. "Auf den Gleisen liegt so viel Schnee, dass damit die üblicherweise von der Bahn verwendete Schneefräse überfordert ist", erklärte ein Sprecher.

Auf der Website hieß es weiter: "Die Schneemassen stammen von einer Lawine aus den Vortagen und waren beim vorherigen Erkundungsflug mit dem Helikopter nicht zu erkennen." Zumindest das Wetter hat sich beruhigt, mit weiteren heftigen Schneefällen ist vorerst nicht zu rechnen.

Lawinengefahr in der Schweiz ist sehr hoch
tagesschau 15:00 Uhr, 10.01.2018, Wolfgang Wanner, ARD Genf

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13.000 Touristen sitzen fest

Seit Montag sind Einheimische und rund 13.000 Touristen von der Außenwelt praktisch abgeschnitten, im Saas-Tal sitzen weitere 2000 Gäste fest. Die Zufahrtsstraße und die Bahnlinie mussten wegen akuter Lawinengefahr geschlossen werden. Der Ort selbst ist nicht bedroht. Die Skipisten und Wanderwege ringsum sind aber geschlossen.

Experten versuchen nun weiterhin durch Sprengungen Lawinen gezielt auszulösen und damit die Gefahr für Menschen und Gebäude zu minimieren. Dazu nutzt man ein fest installiertes System im Berg. Aber auch von Hubschraubern wird Sprengstoff auf Schneeflächen abgeworfen und gezündet.

Gemütliche Stimmung im Ort

Wie gestern auch schon wurde damit begonnen, ausreisewillige Touristen per Hubschrauber aus Zermatt auszufliegen. Mehrere Dutzend Touristen nutzten bereits die eingerichtete Luftbrücke, um sich nach Täsch ausfliegen zu lassen. Die meisten Besucher blieben aber. In den Straßen herrschte teilweise ausgelassene Stimmung. Einige Geschäftsleute schenkten umsonst Wein aus, andere richteten kostenlos Käsegerichte an. Geschäfte und Hotelküchen waren gut ausgestattet, wie sie versicherten.

Weitere Teile der Schweiz betroffen

Die Lawinengefahr hält zurzeit weite Teile der Alpen in Atem. Im schweizerischen Visp mussten 20 Menschen in Sicherheit gebracht werden, weil Massen von Schlamm ihre Häuser bedrohten. Für Teile des Wallis, darunter neben Zermatt auch der Wintersport-Ort Saas-Fee, verhängte das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut die höchste Lawinen-Gefahrenstufe. Diese wird nur selten ausgerufen.

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Tausende Menschen im Schweizer Skiort Zermatt eingeschlossen

Touristen ziehen mit Koffern durch den Ort Zermatt

Tausende Touristen mussten im eingeschneiten schweizerischen Skiort Zermatt am Mittwoch weiter auf ihre Abreise warten, weil die Straßenverbindung und die Bahnstrecke wegen der Lawinengefahr gesperrt blieben. | Bildquelle: AFP

Lawine trifft Gebäude in Sestriere

Im italienischen Sestriere fiel binnen 48 Stunden mehr als zwei Meter Neuschnee. Dort stürzte eine Lawine in ein fünfstöckiges Apartmentgebäude nahe der Ski-Station und hinterließ Schneemassen in einigen Wohnungen. Von den 29 Menschen, die sich dort aufhielten, wurde niemand verletzt. Im Ort Susa starb in der Nacht zum Dienstag eine 70-jährige Patientin auf dem Weg ins Krankenhaus. Ein Baum, der unter dem Gewicht der Schneemassen umgestürzt war, blockierte eine Zufahrtsstraße, sodass der Rettungswagen nicht mehr rechtzeitig in der Klinik eintraf.

Mit Informationen von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Januar 2018 um 09:00 Uhr.

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