Bei dem Lawinenunglück auf einer Bergstraße im Norden Afghanistans sind mindestens 160 Menschen getötet worden. Nach Angaben des Provinz-Gouverneurs wurden weitere 80 Menschen verletzt. Laut Innenministerium konnten die Einsatzkräfte bislang 2600 Menschen aus den Schneemassen befreien, hunderte weitere steckten aber noch in eisiger Kälte in ihren Fahrzeugen fest.
Die Lawine war am Montag auf die 3800 Meter hohe Salang-Passstraße niedergegangen, die den Norden Afghanistans mit der Hauptstadt Kabul verbindet. Zahllose Autos wurden verschüttet.
Nahrungsmittelpakete aus der Luft
Rettungskräfte waren die ganze Nacht im Einsatz, um Verschüttete zu bergen und die gestrandeten Autofahrer zu versorgen. Militärhubschrauber warfen Nahrungsmittelpakete ab. An dem Rettungseinsatz seien 400 Polizisten und rund 100 Freiwillige aus der Region beteiligt, teilte das Innenministerium mit. Zudem seien 500 afghanische Soldaten mit Hubschraubern und Bulldozern mobilisiert worden, um die Rettungskräfte zu unterstützen. Die Internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF stellte vier Hubschrauber zur Verfügung. Auslöser der Lawinen, die einen Straßenabschnitt mit einer Länge von 3,5 Kilometern begruben, war ein Schneesturm.
In Afghanistan gab es in den vergangenen Tagen die heftigsten Regen- und Schneefälle seit 50 Jahren. Gestern berichteten die Behörden von mindestens 20 Toten aufgrund der katastrophalen Wetterbedingungen im Süden und Südwesten des Landes. Zahlreiche der traditionell aus Lehm gebauten Häuser wurden zerstört. Davor war das Land von monatelanger Dürre betroffen.