Lawinen-Unglück in den österreichischen Alpen Sohn von Königin Beatrix auf Intensivstation

Stand: 18.02.2012 12:39 Uhr

Nachdem der zweite Sohn der niederländischen Königin Beatrix, Johan Friso, gestern von einer Lawine verschüttet worden war, befindet er sich weiterhin in Lebensgefahr. Das Königshaus teilte mit, dass er eine "ruhige und stabile Nacht" gehabt habe. Friso wird von einem Team von Spezialisten auf der Intensivstation der Uniklinik Innsbruck betreut.

Beim Skifahren abseits der Pisten in Lech in den österreichischen Alpen war Friso von einer Lawine verschüttet worden. Für etwa 20 Minuten lag er unter dem Schnee. Der 43-Jährige musste wiederbelebt werden und kam mit einem Hubschrauber in die Universitätsklinik Innsbruck. Nach Informationen der niederländischen Zeitung "NRC Handeslblad" habe Friso während des Unfalls schweren Sauerstoffmangel erlitten, sei sonst aber weitestgehend unverletzt.

Wie die österreichische Polizei mitteilte, war er mit einer Gruppe Skifahrer in Lech am Arlberg abseits der gesicherten Pisten unterwegs, als sich das Unglück ereignete. Die Begleiter wurden laut APA nicht verletzt. Es sei kein Skiführer oder Skilehrer mitgefahren.

Prinz war offenbar gut ausgerüstet

Der Prinz war für eine Fahrt im freien Skigelände offenbar gut ausgerüstet: Laut Bergrettung trug er einen Lawinenpiepser bei sich. Die mit dem Hubschrauber gebrachten Helfer von der Pisten- und Bergrettung fanden den Verschütteten mit Hilfe eines Suchgeräts schnell.

Prinz Johan Friso (Bildquelle: picture alliance / dpa)
galerie

Prinz Johan Friso wurde beim Skifahren in den Alpen verschüttet.

Eingang der Klinik in Innsbruck, in der der niederländische Prinz Johan Friso behandelt wird (Bildquelle: AFP)
galerie

In dieser Klinik in Innsbruck wird der Sohn von Königin Beatrix behandelt.

Heftige Schneefälle

Die niederländische Königsfamilie verbringt ihren Skiurlaub seit Anfang der 1960er-Jahre regelmäßig am Arlberg. Dort hatte es in den vergangenen Tagen so heftig geschneit, dass der Ort Lech zwischenzeitlich von der Außenwelt abgeschnitten war. Auch Thronfolger Willem Alexander, seine Frau Prinzessin Maxima und die drei Töchter des Paares sind in Lech.

Johan Friso hatte 2004 die Bürgerliche Mabel Wisse Smit geheiratet, die in ihrer Vergangenheit engen Kontakt zu einem Amsterdamer Kriminellen unterhielt. Durch seine Hochzeit verlor der Prinz daher seinen Platz in der Thronfolge und seinen Titel Königliche Hoheit.

Johan Friso lebt mit seiner Frau und zwei kleinen Töchtern seit Jahren in London. Zuletzt war Friso als Finanzdirektor für das europäische Urananreicherungskonsortium Urenco tätig.

Darstellung: