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28.05.2012

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Republikanische Kandidaten buhlen um Latino-Stimmen
Vorwahl in Florida

Republikanische Kandidaten buhlen um Latino-Stimmen

In dem US-Bundesstaat Florida sind Latinos eine wichtige Wählergruppe. Die beiden Präsidentschaftsbewerber der Republikaner, Gingrich und Romney, buhlen daher bei den anstehenden Vorwahlen besonders um sie. Doch die zeigen immer weniger Interesse an der Partei und wählen lieber die Demokraten.

Von Klaus Kastan, ARD-Hörfunkstudio Washington

Newt Gingrich bei einer Wahlkampfveranstaltung  (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Newt Gingrich bei einer spricht bei Wahlkampfveranstaltung vor "The Latin Builders Association" ]
Der Ton bei der republikanischen Kandidatenkür für die Präsidentschaftswahlen im November wird immer rauer. In den Werbespots, die die beiden Hauptfavoriten, Mitt Romney und Newt Gingrich, in Florida für viel Geld haben produzieren lassen, nehmen sie keine Rücksicht mehr aufeinander.

Newt Gingrich trage mehr Balast mit sich herum als ein Passagierflugzeug Gepäck, lästert Romney über den Parteifreund. Er, Gingrich, sei in der US-Geschichte der einzige Sprecher des Repräsentantenhauses gewesen, der wegen des Verstoßes gegen ethische Parlamentsregeln in den 90er Jahren vom republikanisch beherrschten Kongress zu 300.000 Dollar Strafe verurteilt worden war. Damit spielt Romney auf den lange zurück liegenden Skandal an, bei dem Gingrich der Steuertrickserei überführt worden war.

Audio: Einwanderung wichtigstes Thema

AudioKlaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington 31.01.2012 07:32 | 3'13
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Republikaner in der Zwickmühle

Aber auch Gingrich kennt keine Zurückhaltung, wenn es um seinen Erzrivalen Romney geht. In einer Radiowerbung, die Gingrich speziell für die Millionen Immigranten aus Lateinamerika produzieren ließ, bezeichnet er Romney als einen Feind der Einwanderer - einen Vorwurf den Romney selbst als in einer TV-Debatte als unverschämt bezeichnet hat. "Ich bin nicht gegen Einwanderung. Mein Vater ist in Mexiko geboren worden und meine Mutter in Wales", erklärte Romney.

Mitt Romney (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Mitt Romney ]
Doch auch diese Rechtfertigung zeigt: Die republikanischen Spitzenkandidaten stecken in der Zwickmühle, wenn es um Einwanderung geht. Die Mehrheit der traditionellen republikanischen Wähler sind weiß mit europäischen Wurzeln. Sie stehen den Einwanderern aus Lateinamerika kritisch gegenüber, viele haben große Vorurteile, speziell, wenn es um die 15 Millionen illegalen Immigranten geht.  Auf der anderen Seite wächst und wächst der Bevölkerungsanteil aus Lateinamerika. In Florida haben heute schon über 22 Prozent der Gesamtbevölkerung lateinamerikanische Wurzeln.

"Einwanderer wirken sich positiv auf unser Land aus"

Und die Tendenz ist steigend. Aus diesem Grund versuchen die republikanischen Präsidentschaftsbewerber vor allem in den südlichen US-Staaten, das Kunststück fertig bringen: Sie dürfen die Stammwählerschaft nicht verprellen und müssen gleichzeitig die Lations umwerben. Das gilt vor allem auch für die eigentlichen Präsidentschaftswahlen im November. 

Jeb Bush, der einstige Gouverneur von Florida und Bruder des früheren Präsidenten George Bush, sieht die Lage realistisch und warnt seine Partei. "Man wird in Zukunft keine Mehrheitspartei mehr bleiben können, wenn man nur die alte Partei der Weißen verkörpert. Die vielen neuen Einwanderer leben unter uns und sie wirken sich für unser Land positiv aus. Wir müssen diese Menschen  mit unserer Politik ansprechen, müssen ihnen wirtschaftliche Möglichkeiten aufzeigen. Ich denke, unsere Kandidaten haben diese Problematik beim Wahlkampf in Florida ein wenig besser verstanden", so der ehemalige Governeur.

Latinos laufen den Republikanern davon

Jeb Bush ist selbst mit einer Mexikanerin verheiratet. Als republikanischer Gouverneur war er während seiner Amtszeit gerade unter den Latinos ausgesprochen beliebt. Aber er betrachtet mit Sorge die Entwicklung in Florida. Sein Bruder wurde  bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 noch von 41 Prozent der lateinamerikanischen Wähler gewählt, aber schon acht Jahre später erhielt der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain nur noch 31 Prozent der Stimmen dieser wichtigen Wählergruppe. Die Latinos laufen den Republikanern davon. Ein Trend, über den sich Präsident Obama und seine Partei freuen können.

Stand: 31.01.2012 07:21 Uhr
 

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