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21.11.2009

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Ausland
Flüchtlinge auf Lampedusa

Italien pfercht 1900 Flüchtlinge in Lager zusammen

Italien pfercht 1900 Flüchtlinge in Lager zusammen

"Alcatraz im Mittelmeer"

1900 Flüchtlinge hat die Polizei auf Anweisung von Italiens Innenminister auf Lampedusa in ein Lager gepfercht. Die Lage ist dramatisch. 50 Bootsflüchtlinge brachen aus dem total überfüllten Camp aus - sie wurden inzwischen wieder gefasst. Die Regierung gibt sich unerbittlich.

Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom

Die Polizei auf Lampedusa hat inzwischen 50 entflohene Bootsflüchtlinge gefasst. Ihnen war es gelungen, aus dem total überfüllten Aufnahmelager der Insel auszubrechen. Die Situation im Lager ist weiter dramatisch.

850 Betten für 1900 Menschen

Sanitäter betreuen auf Lampedusa Flüchtlinge (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Perspektive Abschiebung: Sanitäter betreuen Flüchtlinge, die gerade auf Lampedusa gelandet sind. ]
Rund 1900 Menschen sind dort derzeit auf Anweisung des italienischen Innenministers unter menschenunwürdigen Bedingungen zusammengepfercht. Das schlechte Wetter sorgt zusätzlich für Probleme. Im Lager gibt es nur rund 850 Betten, viele Menschen verbringen die Nächte unter Plastikplanen auf durchnässten Matratzen. Die kritische Lage soll nach Auskunft des italienischen Innenministeriums voraussichtlich bis Mitte nächster Woche andauern. Man sei aber weiter nicht bereit, Boots-Flüchtlinge von Lampedusa in andere Lager zu verlegen. Durch jedes neu ankommende Flüchtlingsboot dürfte sich die Situation deshalb weiter verschärfen.

"Ein zweites Guantanamo"

Afrikanische Flüchtlinge vor der italienischen Insel Lampedusa (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Riskante Flucht über das Mittelmeer - dieses Boot mit mehr als 30 illegalen Immigranten wurde Ende Juni von der italienischen Küstenwache abgefangen. ]
Nach Informationen des ARD-Hörfunkstudios Rom lässt das Innenministerium zurzeit eine alte Marinebasis auf Lampedusa zu einem neuen Abschiebelager umrüsten. Die oppositionelle demokratische Partei kommentierte dies so: Die Regierung Berlusconi versuche, Lampedusa in ein zweites Guantanamo zu verwandeln. Und der Bürgermeister der Insel sagte, Lampedusa drohe zu einem Alcatraz im Mittelmeer zu werden.

Innenminister Maroni hatte Anfang des Jahres angeordnet, Bootsflüchtlinge bis zu ihrer endgültigen Abschiebung auf Lampedusa festzuhalten. Am Mittag wurden 38 Ägypter von der Insel aus in ihr Heimatland abgeschoben.

Karte von Malta
Stand: 23.01.2009 09:08 Uhr
 

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