Jared Kushner | Bildquelle: REUTERS

Russland-Affäre Kushners Geschäfte im Visier

Stand: 16.06.2017 09:04 Uhr

In der Affäre um mutmaßliche Russland-Kontakte von Trump und seinen Vertrauten sorgen neue Enthüllungen im Weißen Haus für Unruhe: Einem Zeitungsbericht zufolge sind nun offenbar auch Geschäftsbeziehungen von Trumps Schwiegersohn Kushner Gegenstand der Untersuchung.

In der Russland-Affäre hat der Sonderermittler Robert Mueller einem Zeitungsbericht zufolge auch die geschäftlichen Beziehungen von Jared Kushner, dem Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, ins Visier genommen. Wie die "Washington Post" berichtet, untersuche Mueller Kushners Finanzen und geschäftlichen Tätigkeiten. Die Zeitung beruft sich bei ihrem Bericht auf mit der Sache betraute Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Kushner hatte sich vor Trumps Amtsantritt mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak sowie einem Moskauer Bankier getroffen. Deswegen soll er mit im Fokus der Ermittlungen des FBI stehen. Bei den Gesprächen im November soll Kushner auch vorgeschlagen haben, einen sicheren Kommunikationskanal zwischen Trumps Vertrauten und dem Kreml in Moskau einzurichten. Dieser sollte demnach über russische Einrichtungen in den USA laufen. Über seine Anwälte hatte Kushner ausrichten lassen, er erinnere sich nicht mehr an die Gespräche.

Sonderermittler Mueller, das FBI und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob Russland die Präsidentenwahl 2016 zugunsten Trumps beeinflusste und ob es geheime Absprachen zwischen dessen Team und der Regierung in Moskau gab. Am Mittwoch berichtete die "Washington Post", dass inzwischen auch gegen Trump persönlich ermittelt werde. Es gehe dabei um den Vorwurf der Justizbehinderung.

"Gängige Praxis"

Der "Washington Post" sagte Kushners Anwalt Jamie Gorelick nun, man wisse nicht, worauf sich der aktuelle Bericht beziehe. Es würde "der gängigen Praxis entsprechen, dass ein Sonderermittler finanzielle Unterlagen überprüft, um nach Verbindungen zu Russland zu suchen", hieß es in einer Stellungnahme. Kushner habe sich dazu bereit erklärt, dem Kongress Auskunft über alles zu geben, was er zu Russland wisse. Er werde dasselbe bei jeder anderen Untersuchung tun.

Die "Washington Post" schreibt, dass neben Kushners auch die Geschäfte von Trumps ehemaligem Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn und seinen Beratern während des Präsidentschaftswahlkampfs, Paul Manafort und Carter Page, untersucht würden.

Trump reagiert auf Twitter

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Crooked H destroyed phones w/ hammer, 'bleached' emails, & had husband meet w/AG days before she was cleared- & they talk about obstruction?

Auf Twitter hatte Präsident Trump schon vor dem Bericht auf die Russland-Untersuchung reagiert: "Ihr werdet Zeuge der größten Hexenjagd in der politischen Geschichte der USA - geleitet von einigen sehr schlechten und sich widersprechenden Menschen!", schrieb er.

Später twitterte Trump: "Warum werden die Russland-Kontakte von Hillary Clinton, ihrer Familie und der Demokraten nicht untersucht, meine Nicht-Kontakte aber schon?" Und ergänzte: "Die betrügerische Hillary hat ihr Telefon mit dem Hammer zerstört und E-Mails 'gebleicht', der Ehemann traf sich mit dem Staatsanwalt - und sie reden von Justizbehinderung?"

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Juni 2017 um 07:00 und 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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