Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump. | Bildquelle: AFP

Trump-Schwiegersohn Kushner für geheimen Draht nach Moskau?

Stand: 27.05.2017 09:40 Uhr

Trump-Schwiegersohn Kushner war womöglich stärker an Gesprächen mit Russland beteiligt, als bislang bekannt. Der Präsidentenberater soll sich Medienberichten zufolge für einen geheimen Hinterzimmerkanal zwischen Trump und Putin ausgesprochen haben.

Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, hat womöglich häufiger mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak gesprochen als bislang bekannt. Nach Informationen von Insidern hat es zwei Telefongespräche während des Wahlkampfes gegeben. Das sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Bei den Gesprächen sei es um den Kampf gegen den Terrorismus und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Russland gegangen.

Kushners Anwalt erklärte, Kushner erinnere sich nicht an die Gespräche, die den Informationen nach zwischen April und November 2016 geführt wurden. "Herr Kushner hat in dieser Zeit an Tausenden Gesprächen teilgenommen", sagte er. Darüber hinaus wolle Kushner die Ermittlungen der Behörden und des Kongresses unterstützen, so sein Anwalt.

Den Insidern zufolge sprach Kisljak nach dem Wahlsieg Trumps am 8. November mit Kushner sowie Michael Flynn, der nach Trumps Amtsantritt im Januar für kurze Zeit Nationaler Sicherheitsberater war. Dabei sei es über den Aufbau eines Hinterzimmerkanals zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gegangen.

Nach falschen Angaben entlassen

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits vor einer Woche über Flynns Pläne zu einem solchen Geheimkanal berichtet. Flynn war im Februar nach nicht einmal einem Monat im Amt als Nationaler Sicherheitsberater entlassen worden wegen falscher Angaben zu seinen Gesprächen mit Kisljak.

Die "Washington Post" berichtete am Freitag, dass auch Kushner in die Gespräche über mögliche Hinterzimmerkanäle einbezogen war. Der Zeitung zufolge hat der russische Botschafter in den USA im Dezember an seine Vorgesetzten gemeldet, dass er, Sergej Kisljak, über den Aufbau eines geheimen Kommunikationsdrahts mit Kushner gesprochen habe.

Dem Bericht nach schlug Kushner Kisljak vor, für die geheime Kommunikation russische diplomatische Einrichtungen zu nutzen; anscheinend um so die Überwachung zu erschweren. Der Botschafter soll darüber "verblüfft" gewesen sein, schrieb die "Post".

Ein aktiver und ein ehemaliger Mitarbeiter des Sicherheitsapparats sagten nun, die US-Bundespolizei FBI sei Anfang des Jahres bei ihren Ermittlungen zu einer möglichen russischen Einflussnahme auf den Wahlkampf auf Kushner aufmerksam geworden. Kushner sei aber nicht ein Ziel in diesen Ermittlungen, sagte der noch aktive Mitarbeiter. Das FBI lehnte eine Stellungnahme ab. Die russische Botschaft erklärte, sich grundsätzlich nicht zu einzelnen diplomatischen Kontakten zu äußern. Vom US-Präsidialamt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Ermittlungen zu Kushners Russland-Kontakten
tagesschau 20:00 Uhr, 27.05.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Bislang keine Anzeichen für Fehlverhalten

Dem aktiven Mitarbeiter der Sicherheitskräfte zufolge untersuchen die Ermittler, ob Russen gegenüber Kushner oder anderen Trump-Vertrauten Geld als Gegenleistung für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen vorgeschlagen haben. Bislang gebe es aber keine Anzeichen für ein Fehlverhalten, sagten Insider. Zudem deute nichts darauf hin, dass Trump selbst die Kontakte anordnete oder zumindest davon wusste.

Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet. Zudem ist er einer der wichtigsten Berater des US-Präsidenten und dabei unter anderem zuständig für die Beziehungen zu China. Die Verbindungen zwischen Kushner und dem russischen Botschafter Kisljak sowie dem Chef der staatlichen russischen Wnescheconombank (VEB) waren auch Thema im Geheimdienstausschuss des US-Senats.

Trump steht wegen der Russland-Affäre seit Monaten unter Druck. Im Kongress befassen sich mehrere Ausschüsse damit. Es soll geklärt werden, ob Russland im Wahlkampf zugunsten des späteren Wahlsiegers Trump mitgemischt hat und ob es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gab. Trump und seine Berater haben solche Absprachen wiederholt dementiert, ebenso die russische Regierung.

Laut "Washington Post" forderte der Geheimdienstausschuss des US-Senats sämtliche Unterlagen von Trumps Wahlkampfteams an. Es sei das erste Mal, dass die Kampagne selbst in die Untersuchungen einbezogen worden sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Mai 2017 um 16:00 Uhr.

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