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Nach Öcalan-Aufruf

Kurdische Häftlinge beenden Hungerstreik

Nach einem Aufruf des inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan haben kurdische Häftlinge einen vor mehr als zwei Monaten begonnenen Hungerstreik beendet. Der Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK habe seinem Bruder bei einem Besuch erklärt, der Protest habe seine Ziele erreicht, berichteten türkische Medien.

Gefängnis in Sincan bei Ankara
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In diesem Gefängnis bei Ankara waren 35 Kurden in den Hungerstreik getreten.

Hunderte Häftlinge hatten mit dem Protest Freiheit für Öcalan und Verhandlungen mit ihm verlangt. Außerdem forderten sie eine vollständige Anerkennung des Kurdischen als Sprache im öffentlichen Leben, im Bildungssystem sowie bei Gerichtsverhandlungen.

Den Hungerstreik hatten etwa 60 Gefangene am 12. September begonnen. Nach und nach schlossen sich ihnen landesweit immer mehr Häftlinge an. Für einige von ihnen drohte die Nahrungsverweigerung nach Ansicht von Ärzten lebensbedrohlich zu werden.

Keine Diskussion über Öcalan

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte eine Freilassung Öcalans mehrfach ausgeschlossen und den Protest als "Show" bezeichnet. Öcalan ist seit seiner Festnahme im Jahr 1999 auf der Insel Imrali im Marmara-Meer inhaftiert.

Erdogans unter Druck geratene Regierung zeigte aber auch ihre Bereitschaft zu einer Lösung. So traf sich Justizminister Sadullah Ergin mit Politikern der Kurdenpartei BDP, die den Hungerstreik unterstützte. In der vergangenen Woche brachte die Regierung der islamisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung einen Gesetzentwurf ins Parlament ein, wonach kurdischen Angeklagten die Verwendung ihrer Sprache vor Gericht zugestanden werden soll.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. November 2012 um 20:00 Uhr

Stand: 18.11.2012 13:40 Uhr

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