Demonstranten nehmen am 22.09.2017 in Erbil (Irak) an einer Kundgebung des kurdischen Präsidenten Barsani zum Unabhängigkeitsreferendum teil. | Bildquelle: dpa

Krise im Irak Kurden senden Entspannungssignal nach Bagdad

Stand: 25.10.2017 03:07 Uhr

Die Kurden im Nordirak gehen auf die Zentralregierung in Bagdad zu. In einer Erklärung bot die Autonomieregierung an, die Ergebnisse des Unabhängigkeitsreferendums auf Eis zu legen. Zudem rief sie zu einer sofortigen Waffenruhe im Nordirak auf.

Im Konflikt mit Bagdad um die Autonomiebestrebungen der irakischen Kurden hat die kurdische Regionalregierung angeboten, das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums auszusetzen. Damit solle Gesprächen mit der irakischen Regierung eine Chance gegeben werden, berichtete die Nachrichtenseite Rudaw. Die Führung der Kurden plädiere für einen "offenen Dialog" zwischen Erbil und Bagdad auf Basis der irakischen Verfassung.

Die Kurdenregierung wolle weiteren Krieg und Blutvergießen zwischen kurdischen und irakischen Truppen verhindern, zitierte die Nachrichtenseite aus einer Mitteilung der Regierung in Erbil. Gleichzeitig wurde eine sofortige Feuereinstellung und ein Ende aller militärischen Operationen in der Region angekündigt.

Wahlen verschoben

Der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete, Massud Barsani. | Bildquelle: REUTERS
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Der Kurdenführer Barsani will mit Bagdad sprechen.

Zuvor waren schon die Wahlen des Präsidenten und des Abgeordnetenhauses in der Region verschoben worden. Drei bedeutende kurdische Parteien einigten sich nach Angaben von Rudaw darauf, dass die Abstimmung statt am 1. November erst acht Monate später abgehalten wird. Die Wahlkommission hatte die Vorbereitungen zu den Wahlen bereits vergangene Woche auf Eis gelegt.

Nach einem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum vor einem Monat, dem mehr als 92 Prozent der Wähler zustimmten, hatten die Spannungen zwischen Bagdad und der kurdischen Führung zugenommen. Die Zentralregierung lehnt eine Abspaltung strikt ab. Schließlich war der Konflikt vergangene Woche eskaliert, nachdem die Kurden ihre Unabhängigkeitspläne vorangetrieben hatten: Iraks Truppen nahmen große Gebiete ein, die bisher unter Kontrolle der kurdischen Peschmerga waren, darunter die ölreiche Provinz Kirkuk. Aus den meisten Orten zogen sich die Kurden ohne Widerstand zurück.

Kurdische Autonomieregierung will Dialog mit Bagdad
Björn Blaschke, ARD Kairo
25.10.2017 11:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Oktober 2017 um 04:57 Uhr.

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