US-Botschaft in Havanna | Bildquelle: dpa

Mysteriöse Schallattacken USA warnen vor Reisen nach Kuba

Stand: 29.09.2017 16:55 Uhr

Wer ist für die Schallattacken auf US-Diplomaten in Kuba verantwortlich? Die Frage ist weiter offen. Die US-Regierungzieht nun mehr als die Hälfte ihres Botschaftspersonals ab. Zudem gab sie eine Reisewarnung heraus.

Nach einer Reihe mysteriöser Attacken auf US-Diplomaten in Kuba zieht die Regierung in Washington laut Medienberichten rund 60 Prozent ihres Personals von der Insel ab. Zudem werde eine Reisewarnung für alle US-Bürger ausgegeben, meldet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf informierte Kreise. CNN berichtet, es gehe um Familienangehörige und solche Mitarbeiter, deren Anwesenheit nicht notwendig sei.

US-Diplomaten hatten in den vergangenen Monaten auf dem Gelände der US-Botschaft in Havanna durch laute Geräusche Hörschäden und Gehirnerschütterungen erlitten. Es wurden Vorwürfe laut, Kuba habe die Diplomaten mit einer akustischen Waffe attackiert. Präsident Raúl Castro wies das zurück.

Nur noch Notfallpersonal

Nun ordnete das Außenministerium an, dass nur noch Notfallpersonal in der Botschaft in Havanna bleiben solle. In einer Reisewarnung an die US-Bürger wird auf die Attacken auf die Diplomaten hingewiesen.

Wegen des reduzierten Personals werden vorerst auch keine US-Visa mehr in der Botschaft ausgestellt. Das solle so lange so bleiben, bis Kuba die Sicherheit der US-Diplomaten garantieren könne, berichten AP und CNN.

Heather Nauert @statedeptspox
Sec Tillerson met with #Cuba FM Rodriguez Parilla & had frank conversation re safety of diplomatic personnel & Vienna Convention obligations https://t.co/rn3YbVwioh

Kuba bestreitet Verantwortung

Erst am Dienstag hatten US-Außenminister Rex Tillerson und sein kubanischer Amtskollege über die Verletzungen gesprochen. Nach der Zusammenkunft in Washington gab die kubanische Botschaft bekannt, die Ursache für die Gesundheitsschäden sei weiter unklar. Die Regierung habe eine "Ermittlung mit Vorrang" angeordnet. Das US-Außenministerium hielt sich nach dem Treffen bedeckt.

Die kubanische Botschaft erklärte, das Land habe niemals Diplomaten angegriffen und erlaube das auf kubanischem Boden auch nicht.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. September 2017 um 19:45 Uhr.

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