Raul Castro und Barack Obama in Havana | Bildquelle: dpa

Castro empfängt Obama in Havana Handschlag im Revolutionspalast

Stand: 21.03.2016 17:52 Uhr

Ihre Begegnung krönt den Annäherungsprozess zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten: In Havanna sind die Präsidenten Castro und Obama zu einem Treffen zusammengekommen, das schon vorab als historisch galt. Doch bei allem Wandel: In der Stadt wurde zahlreiche Dissidenten festgenommen.

US-Präsident Barack Obama ist bei seinem historischen Besuch in Kuba mit dem sozialistischen Staatschef Raúl Castro zusammengekommen. Beide begrüßten sich freundlich per Handschlag im Revolutionspalast in Havanna, um anschließend über eine Vertiefung des Ende 2014 begonnenen Annäherungsprozesses zu sprechen.

Das Treffen gilt als Meilenstein in der neuen Ära engerer Beziehungen zwischen beiden Ländern. Erstmals waren sie sich 2013 bei der Bestattungsfeier von Nelson Mandela in Südafrika begegnet.

Vor Obama war als US-Präsident nur Calvin Coolidge 1928 zu Besuch im Karibikstaat. Nach der Revolution von 1959 und dem Wandel Kubas zum Sozialismus gab es eine jahrzehntelange Feindschaft zwischen beiden Staaten. Kuba band sich eng an die Sowjetunion, 1962 war die Welt wegen der Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba am Rande eines Atomkrieges. 

Obama trifft Staatschef Raúl Castro in Kuba
tagesschau 20:00 Uhr, 21.03.2016, Ina Ruck, ARD Washington

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Beide hoffen auf gute Geschäfte

Vor dem Treffen mit Castro legte Obama einen Kranz am Denkmal für den kubanischen Unabhängigkeitshelden José Marti nieder. Obama war am Sonntag in Kuba eingetroffen. Er wird neben seiner Familie von rund 40 Abgeordneten und einer Delegation von Geschäftsleuten aus den USA begleitet, die nach der politischen Öffnung in Kuba Fuß fassen wollen. So soll unter anderem Google am Ausbau des Breitbandnetzes beteiligt werden, gab Obama bekannt.

Kuba fordert als nächsten Schritt eine vollständige Aufhebung des Handelsembargos und eine Rückgabe des seit 1903 unter US-Kontrolle stehenden Stützpunktes Guantanamo. Obama will nach eigenen Angaben die weiterhin kritische Menschenrechtslage ansprechen.

Am Rande des Besuches wurden nach Angaben von Aktivisten rund 180 Dissidenten vorübergehend festgenommen, die meisten kamen aber nach einigen Stunden wieder frei. Ein Sprecherin der Menschenrechtler sagte, einige Demonstranten seien brutal geschlagen worden. Die Behörden hatten viele Dissidenten aufgefordert, während des Obama-Besuchs zu Hause zu bleiben.

Ingo Zamperoni, ARD Washington, zu Obamas Besuch in Kuba
tagesschau24 17:15 Uhr, 21.03.2016

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