Plakat zum Besuch von US-Präsident Obama in Kuba an einer Straße in Havanna | Bildquelle: AP

Staatsbesuch des US-Präsidenten Obama will in Kuba Geschichte schreiben

Stand: 20.03.2016 04:18 Uhr

Es ist ein historisches Ereignis: US-Präsident Obama reist heute nach Kuba. Zum ersten Mal seit 1928 besucht ein US-amerikanischer Präsident die sozialistisch regierte Insel. Die Kubaner erhoffen sich vor allem neue wirtschaftliche Impulse.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Kubaner und US-Amerikaner leben ihre neue Beziehung schon längst. In der Altstadt von Havanna wimmelt es von US-Besuchern. Vor einigen Jahren war das noch undenkbar - und verboten durch das seit 54 Jahren geltende Embargo gegen den kommunistisch regierten Staat. Jetzt dürfen sie kommen, wenn sie sich als Bildungsreisende ausgeben.

Immer mehr machen davon Gebrauch. Etwa 80.000 waren es im Jahr 2014, schon 80 Prozent mehr 2015. Kurz vor seinem Besuch lockerte US-Präsident Obama die Regelung: Nicht mehr nur Gruppen-, auch Individualreisende dürfen nach Kuba.

Obama in Kuba
tagesschau 20:00 Uhr, 20.03.2016, Peter Sonnenberg, ARD zzt. Havanna

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Touristen geben gutes Trinkgeld

Die Hotels und die vielen privat geführten Restaurants, wie das von Niuris Higueras, sind voll. "Die neuen Beziehungen zwischen Kuba und den USA bringen Touristen und das ist gut für unsere Wirtschaft. Davon profitieren alle", ist Higueras überzeugt. "Vielleicht nicht direkt, aber indirekt. Ich habe 15 Arbeiter, die gut verdienen. Sie bekommen viel Trinkgeld, weil die US-Amerikaner nun mal gutes Trinkgeld geben. Damit ernähren sie ihre Familien, die profitieren davon, ihre Freunde - es ist wie ein Netzwerk, in dem alles miteinander verbunden ist."

Praktizierter Kapitalismus im Sozialismus. Wer auf eigene Rechnung arbeitet - wie Restaurantbetreiber, Straßenverkäufer, Taxi- und Fahrradrikschafahrer oder private Wohnungsvermieter - profitiert vom Tourismusboom auf der Karibikinsel und freut sich auf den Besuch des US-Präsidenten. Denn wenn Obama in den antiimperialistischen Staat kommt, werden viele folgen.

Touristenbus in Havanna | Bildquelle: dpa
galerie

Durch die Annäherung zwischen den USA und Kuba steigen die Touristenzahlen ...

Kubaner mit US-Shirt hebt Daumen empor | Bildquelle: AP
galerie

... davon profitieren in Kuba viele - entsprechend groß ist die Vorfreude auf den Obama-Besuch.

Kein Zweifel am sozialistischen Modell

Gebremst ist die Euphorie auf staatlicher Seite. Außenminister Bruno Rodriguez lässt kurz vor dem Höhepunkt des Annäherungsprozesses beider Länder keinen Zweifel am sozialistischen Modell. "Unser Volk verändert, was verändert werden muss, damit unser Sozialismus noch gerechter wird, um allen ihre politischen und zivilen Rechte zu garantieren", so Rodriguez. "Wir garantieren unseren Kindern eine glückliche Zukunft und wollen eine starke Wirtschaft aufbauen, die Wohlstand und Gerechtigkeit und Würde der Kubaner garantiert."

Die vom Weißen Haus verkündeten Lockerungen des Embargos reichten nicht aus, so Rodriguez. Das Embargo behindere weiterhin Kubas Entwicklung. Es müsse verschwinden wie die US-Militärbasis Guantánamo.

Die kubanische Seite hat viele Forderungen, die Obama ohne die Zustimmung des Kongresses nicht erfüllen kann. Zu geben hat Kuba wenig: Kurz vor dem Besuch aus Washington wurden vier Dissidenten aus der Haft entlassen und durften in die USA ausreisen.

Die Stimmung in Havanna vor dem Obama-Besuch
A.-K. Mellmann, ARD Mexiko City
20.03.2016 07:36 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: