Kubas Staatschef Raúl Castro | Bildquelle: dpa

Kuba Raúl Castro tritt als Staatschef ab

Stand: 21.12.2017 18:17 Uhr

Der kubanische Staatschef Raúl Castro will im April sein Amt aufgeben. Der 86-Jährige ist seit 2008 Präsident der sozialistischen Insel. Er hatte die Präsidentschaft von seinem Bruder Fidel übernommen. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unklar.

Der kubanische Präsident Raúl Castro wird im kommenden April vom seinem Amt als Staatschef abtreten. Das Parlament der sozialistischen Karibikinsel kündigte in der Hauptstadt Havanna an, dass das ursprünglich für den 24. Februar erwartete Ende seiner Amtszeit auf den 19. April verschoben werden solle. Die kubanische Nationalversammlung wird dann den Staatsrat wählen. Dieser bestimmt wiederum Castros Nachfolger.

Der heute 86-jährige Castro hatte das höchste Staatsamt im Sommer 2006 zunächst provisorisch von seinem erkrankten älteren Bruder Fidel übernommen. 2008 und 2013 wurde er vom Volkskongress für zwei je fünfjährige Amtszeiten gewählt.

Castro hatte schon bei seiner Wiederwahl im Februar 2013 angekündigt, dass dies seine letzte Amtszeit sein werde. Als Grund für die Verlängerung der Amtszeit um zwei Monate wurden "außergewöhnliche Umstände" wegen des Hurrikans "Irma" genannt. Durch den Wirbelsturm waren im vergangenen September zehn Menschen ums Leben gekommen und große Schäden entstanden.

Castro bleibt vermutlich Chef der Partei

Castro ist auch Chef der Kommunistischen Partei Kubas und dürfte dies über seine Amtszeit als Staatsratsvorsitzender hinaus bleiben. Raúl Castro war nach dem Sieg der kubanischen Revolution 1959 jahrzehntelang die Nummer zwei auf der Insel, bevor er seinen Bruder Fidel an der Spitze ablöste.

Er leitete Ende 2014 gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Washington und Havanna ein. 2015 nahmen die jahrzehntelang verfeindeten Länder wieder diplomatische Beziehungen auf, 2016 reiste Obama nach Kuba. Raúl Castro veranlasste auch vorsichtige Wirtschaftsreformen. Eine politische Öffnung des kommunistischen Ein-Parteien-Systems blieb aber aus.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Dezember 2017 um 19:15 Uhr.

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