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Einsatz in Nordafghanistan

Talibanführer festgenommen - KSK beteiligt

Mullah Abdul Rahman, einer der meistgesuchten Talibanführer Nordafghanistans, ist festgenommen worden. Das bestätigte die afghanische Polizei dem ARD-Hörfunkstudio Südasien. An der Operation waren auch Soldaten des Kommandos Spezialkräfte beteiligt.

Von Sandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Die Pressemitteilung aus dem Hauptquartier der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF in Kabul ist dürftige vier Zeilen lang: Sie bestätigt die Verhaftung eines Taliban-Kämpfers, der namentlich aber nicht genannt wird. Der Verhaftete stehe im Verdacht, Attacken auf afghanische und internationale Soldaten in der nordafghanischen Provinz Kundus organisiert und befehligt zu haben, heißt es in den dürftigen Zeilen weiter. Mit ihm seien zwei weitere Personen verhaftet worden. Die Festnahme sei eine gemeinsame Operation unter afghanischer Führung gewesen.

Polizeichef bestätigt Festnahme

KSK-Soldaten stürmen aus einem Hubschrauber (Archiv)
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Die Soldaten des Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) sind speziell für schwierige Missionen ausgebildet. (Archivbild)

Kein Hinweis darauf, dass der Zugriff bereits am vergangenen Freitag erfolgte. Kein Wort darüber, dass deutsche Elitesoldaten vom Kommando Spezialkräfte an dem Einsatz beteiligt waren, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam bestätigt. Deutlich auskunftsfreudiger als die Internationale Schutztruppe sind die afghanische Polizei und das Büro des Gouverneurs der Provinz Kundus. Der Polizeichef des Unruhedistrikts Char Darah in Kundus, in dem die Festnahme erfolgte, bestätigte dem ARD-Hörfunkstudio Südasien per Telefon, dass Taliban-Führer Mullah Abdul Rahman unter den Verhafteten ist.

Der Polizeichef machte Rahman direkt für einen tödlichen Angriff auf die Bundeswehr am Karfreitag 2010 verantwortlich, dem damals drei deutsche Soldaten zum Opfer gefallen waren. Der Sprecher des Gouverneurs von Kundus sagte, dass die Bundeswehr die nötige logistische Unterstützung für die Operation einer afghanischen Spezialeinheit geleistet habe. Namentlich erwähnte er deutsche Helikopter und deutsche Luftaufklärung.

Festnahme von Taliban-Anführer in Nordafghanistan
S. Petersmann, ARD Neu-Delhi
23.10.2012 14:54 Uhr

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Rahman für Entführung von Tanklastern verantwortlich

Der jetzt verhaftete Mullah Rahman galt seit dem Frühjahr 2010 als "Schattengouverneur" der Taliban in der nordafghanischen Provinz Kundus und damit als ranghöchster Vertreter der radikalen Islamisten in dem Gebiet. Er war nach Geheimdienst-Informationen maßgeblich für die Taktik seiner Kämpfer verantwortlich. Er soll das Schmuggeln von Waffen organisiert, den Bau von improvisierten Sprengsätzen befohlen und Selbstmordattentäter in Marsch gesetzt haben. Im September 2009, noch als Feldkommandeur der Taliban, hatte er die Entführung von zwei Tanklastern organisiert, die ein deutscher Oberst dann aus der Luft bombardieren ließ. Dem verhängnisvollen Luftangriff fielen damals vor allem Zivilisten zum Opfer.

Die Provinz Kundus gehört zum Einsatzgebiet der rund 4500 deutschen Soldaten, die derzeit noch in Afghanistan stationiert sind. Die Taliban dementieren die Festnahme Mullah Rahmans. Ihnen gelingt es immer wieder schnell, Führungspersonal in strategisch wichtigen Gebieten wie Kundus zu ersetzen.      

Dieser Beitrag lief am 23. Oktober 2012 um 16:38 Uhr auf NDR Info

Stand: 23.10.2012 15:24 Uhr

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