Seitenueberschrift
Einsatz in Nordafghanistan
Bundeswehrsoldaten nehmen Talibanführer fest
Die Bundeswehr hat offenbar einen der meistgesuchten Talibanführer Nord-Afghanistans gefasst. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte, dass deutsche Soldaten an der Festnahme eines Talibanführers beteiligt gewesen seien, nannte ihn jedoch nicht namentlich. Das Einsatzführungskommando bei Potsdam teilte jedoch mit, nach afghanischen unbestätigten Berichten handele es sich um einen Mullah Abdul Rahman.
Zuvor hatte bereits die "Bild" gemeldet, das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr habe den von den Taliban eingesetzten "Schatten-Gouverneur" der Provinz Kundus, Rahman, festgenommen. KSK-Soldaten und afghanische Spezialkräfte landeten demnach mit einem Hubschrauber nahe der Ortschaft Ghunday Kalay in der Provinz Kundus, wo ein Treffen ranghoher Talibanführer stattfand. Dort hätten die deutschen Soldaten Rahman und mindestens eine weitere Person festsetzen können. Die beiden Festgenommenen seien in die Hauptstadt Kabul geflogen und dort den Behörden übergeben worden.
Top-Taliban verantwortlich für Angriff auf Bundeswehrsoldaten
Laut "Bild" war Rahman nach Einschätzung der Bundeswehr möglicherweise mitverantwortlich für einen Angriff auf drei Bundeswehr-Soldaten, die am Karfreitag 2010 in einem Hinterhalt getötet wurden. Zudem habe der Top-Taliban im September 2009 in Kundus vermutlich die beiden Tanklaster entführen lassen, bei deren durch die Bundeswehr angeforderten Bombardement mehr als hundert Menschen getötet worden waren. Der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte daraufhin zurücktreten müssen.
Offenbar bereits die zweite Festnahme
Die geheim gehaltene Festnahme Rahmans sei nicht der erste erfolgreiche Einsatz der KSK in diesem Monat gewesen, schreibt das Blatt weiter. Bereits am 12. Oktober hätten deutsche Elitesoldaten einen Taliban-Führer in der afghanischen Provinz Baghlan festgenommen. Bei ihm handele es sich um Mullah Hassan, den direkten Stellvertreter des Taliban-Kommandeurs Kari Naim, der im Juni 2011 einen deutschen Schützenpanzer habe in die Luft sprengen lassen. Bei dem Anschlag waren ein deutscher Soldat getötet und fünf weitere schwer verletzt worden.
Stand: 23.10.2012 09:04 Uhr
