Gefahr auf neuer Fluchtroute Der verminte Weg durch Kroatien

Stand: 16.09.2015 17:15 Uhr

Die Grenze zwischen Ungarn und Serbien ist dicht. Flüchtlinge suchen nun neue Routen - etwa über Kroatien. Doch Minen aus den Balkankriegen machen den Weg durch das Land teils lebensgefährlich. tagesschau.de zeigt, wo die Gefahr droht.

Während des Balkankonflikts in den 1990er-Jahren wurden zahlreiche Landminen gelegt. Obwohl die Räumung bereits seit Jahren läuft, spricht die zuständige kroatische Minenräumbehörde CROMAC derzeit noch von einem gefährdeten Gebiet von insgesamt rund 506 Quadratkilometern - das entspricht etwa der doppelten Größe von Frankfurt am Main. Auf diesen über verschiedene Landesteile verteilten Flächen werden noch mehr als 50.000 Minen vermutet.

Zwar sind die gefährdeten Bereiche in Kroatien, darunter größere Flächen in der Nähe der Grenze zu Serbien, mit mehr als 12.000 Warnschildern gekennzeichnet. Doch CROMAC rief Flüchtlinge dringend auf, ausschließlich offizielle Grenzübergänge zu nutzen. Insbesondere in der Nacht sei die Gefahr sonst groß, versehentlich in ein Gebiet zu geraten, in dem noch Minen liegen.

Grafik: Minengefahr in Kroatien
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Die gekennzeichneten Gebiete basieren auf Angaben der kroatischen Minenräumer - zeigen aber aufgrund der Vielzahl gefährdeter Gebiete nur größere zusammenhängende Areale und erheben damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Auf serbischem Gebiet sind nach Angaben der dortigen Minenräumungsorganisation seit 2009 alle Landminden aus den Balkankriegen geräumt.

Kroatien lässt Flüchtlinge passieren

Seitdem Ungarn die Grenze zu Serbien geschlossen hat, stellt sich für Tausende Flüchtlinge die Frage, über welche Alternativrouten sie nach West- und Nordeuropa kommen können. Der Weg über Kroatien und dann weiter nach Slowenien, Österreich und Deutschland gilt als eine Möglichkeit. Die kroatische Regierung kündigte an, Schutzsuchenden den Transit zu erlauben. "Sie werden Kroatien durchqueren können, und wir werden ihnen dabei helfen", sagte der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic. Die Flüchtlinge wollen nach seinen Worten weiter in Richtung Deutschland und Skandinavien.

Hilde Stadler, ARD Rom, zzt. Tovarnik, zur Lage in Kroatien
nachtmagazin 00:00 Uhr, 17.09.2015

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