Der für Russland bestimmte Hubschrauberträger Wladiwostok im Hafen von Sainz-Nazaire | Bildquelle: AFP

Frankreich dementiert Lieferung Tauziehen um Kriegsschiffe für Russland

Stand: 30.10.2014 11:09 Uhr

Das Hickhack um die Auslieferung zweier französischer Hubschrauberträger an Russland geht weiter. Während der russische Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin gestern noch bekannt gegeben hatte, am 14. November das erste Kriegsschiff mit Namen "Wladiwostok" zu erhalten, hat Frankreich heute eine entsprechende Einigung bestritten: Bedingung für die Auslieferung sei, dass sich die Lage in der Ukraine normalisiere. Dies sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht der Fall, sagte Finanzminister Michel Sapin im Hörfunksender RTL.

Frankreichs Finanzminister Sapin | Bildquelle: AFP
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Frankreichs Finanzminister Sapin dementierte einen konkreten Liefertermin.

Gegen das milliardenschwere Rüstungsgeschäft gibt es erhebliche Einwände von Frankreichs Partnern in der NATO. Paris hatte die Auslieferung daraufhin im September auf Eis gelegt. Staatschef François Hollande machte aber deutlich, dass geliefert werde, wenn Bedingungen wie ein Waffenstillstand in der Ukraine erfüllt seien. Derzeit werden aus dem Osten der Ukraine aber noch fast täglich Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten gemeldet.

Platz für Landungsboote, Hubschrauber und Panzer

Der für Russland bestimmte Hubschrauberträger Wladiwostok im Hafen von Sainz-Nazaire | Bildquelle: AFP
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Der für Russland bestimmte Hubschrauberträger Wladiwostok im Hafen von Sainz-Nazaire

Bei den beiden Hubschrauberträgern handelt es sich um Schiffe der Mistral-Klasse. Sie sind die größten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger "Charles de Gaulle". Auf ihnen können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten untergebracht werden.

Die baltischen Staaten und andere Nachbarländer Russlands fürchten, dass Russland die Schiffe für Landeoperationen einsetzen könnte. Seit Juli werden bereits insgesamt rund 400 russische Marine-Soldaten in der französischen Hafenstadt Saint-Nazaire für die "Wladiwostok" ausgebildet. Moskau hatte auf der Lieferung der Mistral-Schiffe bestanden und mit Schadenersatz-Forderungen gedroht, sollte der Vertrag nicht eingehalten werden.

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