Kreuzwegsprozession in Rom am Kolosseum | Bildquelle: dpa

Scharfe Sicherheitsvorkehrungen Kreuzwegsprozession am Kolosseum

Stand: 25.03.2016 23:00 Uhr

Bei stimmungsvollem Kerzenschein haben Zehntausende Gläubige in Rom des Leidenswegs Christi gedacht. Der Kreuzweg gehört zu den Höhepunkten der Osterfeiern der Katholiken. Die Themen, die der Papst ansprach, waren aber hochaktuell.

Gemeinsam mit Gläubigen aus aller Welt hat Papst Franziskus den traditionellen Kreuzweg absolviert. Tausende hielten bei der Prozession am Kolosseum im Rom Kerzen in den Händen und begleiteten das Kirchenoberhaupt in Gebet und Andacht. Einige von ihnen trugen abwechselnd ein schmuckloses, leichtes Kreuz, um an die Leiden Jesu Christi vor seiner Kreuzigung zu erinnern.

Unter den Teilnehmern, die das Kreuz tragen, sind auch eine Chinesin, ein Kenianer, eine Zentralafrikanerin und zwei Syrer. Die Zeremonie ist Teil der Osterfeierlichkeiten in Rom und gilt als eine der schönsten Andachten im römischen Kirchenjahr.

"Viva il papa!"

In seiner Ansprache prangerte Papst Franziskus jede Form von Extremismus, blutige Terrorakte und die Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden von Flüchtlingen an. Gleichzeitig mahnte der 79-Jährige an, dem derzeitigen Flüchtlingsdrama nicht gleichgültig und gefühlskalt gegenüberzustehen. Das Mittelmeer und die Ägäis seien "zu einem unersättlichen Friedhof geworden, ein Bild unseres abgestumpften und betäubten Gewissens", sagte er. Die Gläubigen applaudierten dem Papst und riefen: "Viva il papa!" - Es lebe der Papst.

Papst Franziskus | Bildquelle: AP
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Papst Franziskus prangert Extremismus, blutige Terrorakte und die Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden von Flüchtlingen an.

Sprengstoffhunde in der antiken Arena

Auch die Prozession stand im Zeichen des Terrors von Brüssel. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld die antike Arena mit Sprengstoffhunden nach möglichen Bomben abgesucht. Während der Prozession selbst wurden die Pilger und ihre Taschen durchsucht.

Die Osterfeierlichkeiten hatte Franziskus am Gründonnerstag mit der Fußwaschung von Flüchtlingen in einer Unterkunft in Castelnuovo di Porto eingeleitet. Der Ritus der Fußwaschung soll daran erinnern, wie Jesus Christus der biblischen Überlieferung nach vor seiner Kreuzigung seinen Jüngern die Füße wusch.

Am Samstag werden die Feierlichkeiten im Vatikan mit der traditionellen Osternacht im Petersdom fortgesetzt. Der Gottesdienst unter Leitung von Papst Franziskus erinnert an die Auferstehung Christi. Das anstrengende Programm endet für Franziskus am Sonntag mit der Ostermesse und der anschließenden Osterbotschaft mit dem Segen "Urbi et Orbi" - der Stadt und dem Erdkreis. Für Franziskus ist es das vierte Osterfest als Oberhaupt der katholischen Kirche.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. März 2016 um 20:00 Uhr.

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