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Bratwürste auf einem Grill | Bildquelle: picture alliance / dpa

Fakten zum Krebsrisiko Wie gefährlich ist Wurst?

Stand: 27.10.2015 05:38 Uhr

Wer bestimmte Fleischsorten isst, kann leichter an Krebs erkranken. Zu diesem Ergebnis kommen die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation. Aber welche Fleischsorten sind betroffen? Und wie groß ist das Risiko? tagesschau.de beantwortet wichtige Fragen.

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Welches Fleisch wird als krebserregend eingestuft?

Beim Verzehr von verarbeitetem Fleisch sind sich die Experten der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) sicher, dass es Krebs auslösen kann. Hierbei handelt es sich generell um Fleischprodukte, die etwa durch Pökeln, Räuchern oder auf andere Weise haltbar gemacht oder geschmacklich verändert wurden. Beispiele hierfür sind Würstchen, Schinken, Corned Beef und auf Fleisch basierende Saucen. Bei rotem Fleisch wird ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr und einem erhöhten Krebsrisiko als wahrscheinlich angesehen. Zu rotem Fleisch zählt vor allem das Muskelfleisch von Säugetieren wie Rind, Schwein, Schaf, Ziege und Pferd.

Wie groß ist das Krebsrisiko?

Verarbeitetes Fleisch ordnet das IARC der Kategorie 1 ("krebserregend") zu, in der auch Tabak und Asbest zu finden sind. Das bedeutet aber lediglich, dass bei diesen Stoffen aus Sicht der Forscher ausreichende Beweise für die Krebs auslösende Wirkung vorliegen. Das Krebsrisiko ist bei den betroffenen Stoffen ausdrücklich nicht vergleichbar. Laut den Forschern werden etwa 34.000 Krebstote pro Jahr auf den Konsum von verarbeitetem Fleisch zurückgeführt. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigt der Studie zufolge um 18 Prozent, wenn man täglich 50 Gramm verarbeitetes Fleisch isst. Bei größeren Mengen wächst das Risiko entsprechend.

Rotes Fleisch stufen die Forscher in der Kategorie 2a ("wahrscheinlich krebserregend") ein, weil der Nachweis für den direkten Zusammenhang zwischen Verzehr und Erkrankung noch nicht mit der derselben Sicherheit erbracht wurde. Sollte das vermutete erhöhte Krebsrisiko bestehen, hätten 100 Gramm Verzehr pro Tag der Studie zufolge etwa dieselbe Wirkung wie 50 Gramm verarbeitetes Fleisch.

Das Risiko für welche Krebsarten steigt?

Die Forscher sehen durch den Verzehr von verarbeitetem Fleisch vor allem ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Es gebe auch Hinweise auf Verbindungen zu Magenkrebs, dies ist aber nicht erwiesen. Bei rotem Fleisch könnte es zudem Verbindungen zu Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs geben.

Weshalb halten die Forscher Fleisch für krebserregend?

Nach Angaben der Agentur verstehen Forscher noch nicht komplett, warum Fleisch das Krebsrisiko beeinflusst. Beim Kochen oder bei der Verarbeitung von Fleisch könnten aber Stoffe entstehen, die als krebserregend bekannt sind.

Empfehlen die Forscher den Verzicht auf Fleisch?

Nein. Einen Verzicht empfehlen die Autoren der Studie nicht. Eine vegetarische Ernährungsweise habe ebenso wie der Fleischkonsum "Vorteile und negative Auswirkungen auf die Gesundheit". Die IARC verweist auf die Empfehlungen nationaler Behörden und Institute zur Menge des empfohlenen Fleischkonsums. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schlägt vor, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Fleischwaren pro Woche zu sich zu nehmen. Die Realität sehe aber bundesweit anders aus, sagt DGE-Sprecherin Antje Gahl. "Männer verzehren etwa doppelt so viel mit 1092 Gramm pro Woche."

Wie kommen die Forscher zu ihrer Einschätzung?

22 internationalen Experten, die den IARC-Bericht verfassten, werteten mehr als 800 Studien aus, die sich mit einem möglichen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und dem Konsum von verarbeitetem Fleisch beschäftigen. Auf dieser Basis kamen sie zu ihrer Einschätzung.

Patrick Hünerfeld, SWR, zum Krebsrisiko Fleisch
tagesschau24 12:30 Uhr, 27.10.2015

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