Krawalle in Nordirland 27 Polizisten in Belfast verletzt

Stand: 16.07.2013 12:19 Uhr

In Nordirland ist es wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen pro-irischen Katholiken und London-treuen Protestanten gekommen. In der vierten Krawallnacht in Folge wurden mindestens 27 Polizisten verletzt. Auch in den Nächten zuvor hatte es Verletzte gegeben. Insgesamt wurden bislang laut Polizei 71 Beamte verletzt und etwa 60 Menschen festgenommen.

Protestantische Jugendliche im Osten Belfasts hätten Beamte mit selbst gebastelten Sprengsätzen und Molotow-Cocktails beworfen, erklärte die Polizei. Im Ardoyne-Viertel im Norden der Stadt sei es zu Zusammenstößen zwischen Katholiken und den Sicherheitskräften gekommen. Dort sei ein Auto in Brand gesetzt worden. Weitere Zwischenfälle wurden aus den Orten Newtownabbey, Antrim, Dungannon, Portadown und Londonderry gemeldet.

Ausgebranntes Auto auf einer Straße in Belfast (Bildquelle: Reuters)
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Eine Folge der Gewalt: Ausgebranntes Auto auf einer Straße in Belfast

Gewalt nach Parade des Oranier-Ordens

Auslöser der Gewalt war eine traditionelle Parade des Oranier-Ordens, mit der pro-britische Demonstranten an einen Sieg über die irischen Katholiken im Jahr 1690 erinnern. Dieses Jahr hatten die Behörden den Protestanten eine Marschroute entlang der Grenze zwischen katholischen und protestantischen Vierteln untersagt. Die Anhänger des Oranier-Ordens begannen daraufhin am Freitag, mit Flaschen und Ziegelsteinen zu werfen.

Jeden Sommer marschieren Tausende Protestanten in den Städten des zu Großbritannien gehörenden Nordirland und provozieren dadurch die pro-irischen Katholiken, die eine Vereinigung mit Irland wollen.

Die Lage war zuletzt im Januar eskaliert, nachdem der Rat der Stadt beschlossen hatte, auf dem Belfaster Rathaus die britische Flagge nur noch an Feiertagen wehen zu lassen. Daraufhin hatten sich protestantische Demonstranten wochenlang Kämpfe mit der Polizei geliefert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. August 2013 um 08:25 Uhr.

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