Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Polizisten in Florenz | Bildquelle: dpa

Krawalle in Florenz Proteste gegen Renzis Referendum eskalieren

Stand: 05.11.2016 22:14 Uhr

Im Dezember will Italiens Ministerpräsident Renzi das Volk über eine weitreichende Verfassungsänderung abstimmen lassen. Die Kritik an den Plänen ist groß. In Florenz schlug nun der Protest zum ersten Mal in Gewalt um.

Zum ersten Mal sind in Italien Proteste gegen das geplante Referendum zur Änderung der Verfassung eskaliert. In Florenz warfen Regierungsgegner Rauchbomben, Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten, die ihrerseits Schlagstöcke und Tränengas einsetzten, um die Demonstranten zurückzudrängen.

Ein Teil der überwiegend jungen Männer versuchte, zum Ort des jährlichen Parteitags der Demokraten von Ministerpräsident Matteo Renzi vorzudringen. Die Polizei verhinderte dies. Mehrere Beamte wurden nach Angaben des Florenzer Bürgermeister Dario Nardella bei den Auseinandersetzungen verletzt.

Verfassungsreform soll Italien Stabilität bringen

Italiens Ministerpräsident Renzi | Bildquelle: dpa
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Italiens Ministerpräsident Renzi hat das Referendum für den 4. Dezember ansetzen lassen.

Vor Beginn der Krawalle hatten Hunderte Demonstranten friedlich gegen ein Verfassungsreferendum protestiert, das Renzi für den 4. Dezember ausgerufen hat. Der Regierungschef will durch die weitreichende Verfassungsreform mehr Stabilität in das von häufigen Regierungswechseln geprägte Land bringen. Geplant ist eine Einschränkung der Rolle des Senats und der Zuständigkeiten der Regionalregierungen. Kritiker befürchten eine Schwächung der Demokratie.

Fast alle Meinungsumfragen sagen derzeit eine Niederlage der Reformbefürworter voraus. Die Proteste gegen das Referendum waren allerdings bis zu den Ereignissen in Florenz friedlich verlaufen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. November 2016 u.a. um 01:10 Uhr, 03:03 und 05:05 Uhr.

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