Nathalie Kosciusko-Morizet | Bildquelle: AFP

Ex-Umweltministerin Französische Politikerin niedergeschlagen

Stand: 15.06.2017 15:53 Uhr

Kurz vor der zweiten Runde der Parlamentswahlen in Frankreich ist die konservative Kandidatin Kosciusko-Morizet im Wahlkampf niedergeschlagen worden. Sie verlor für mehrere Minuten das Bewusstsein. Der Täter, der sie zuvor beschimpft hatte, konnte entkommen.

Mitten im Parlamentswahlkampf in Frankreich ist die bekannte konservative Kandidatin Nathalie Kosciusko-Morizet tätlich angegriffen worden. Ein Mann beschimpfte und attackierte die frühere Umweltministerin auf einem Pariser Wochenmarkt. Die 44-Jährige stürzte dabei zu Boden, verlor das Bewusstsein und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Von Mann beschimpft und zu Boden geschlagen

Kosciusko-Morizet verteilte auf einem Wochenmarkt in der Pariser Innenstadt Wahlkampfzettel, als sie von dem Mann angegangen wurde. Er beschimpfte sie und entriss ihr die Zettel, um sie ihr ins Gesicht zu schlagen. Die Kandidatin versuchte, sich mit der Hand zu schützen, wurde aber trotzdem verletzt. Passanten und schnell eingetroffene Rettungssanitäter kümmerten sich um die 44-Jährige.

Der Angreifer konnte fliehen. Ein Wahlkampfhelfer Kosciusko-Morizets verfolgte den Mann in die Metro und wurde dann nach eigenen Angaben von diesem geschlagen. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Bei der Attacke hatte der Mann unter anderem gerufen, sie solle in ihren früheren Wahlkreis südlich von Paris zurückkehren. "Es ist Ihre Schuld, dass wir jetzt Hidalgo als Bürgermeisterin haben", schimpfte der Mann; bei den Kommunalwahlen 2014 war Kosciusko-Morizet im Rennen um das Pariser Rathaus der Sozialistin Anne Hidalgo unterlegen.

Nathalie Kosciusko-Morizet | Bildquelle: AFP
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Kosciusko-Morizet verteilte Wahlzettel auf einem Markt, als der Mann sie attackierte. Die ehemalige Umweltministerin ist eine der bekanntesten Politikerinnen Frankreichs.

Politiker reagieren bestürzt

Politiker aller Parteien verurteilten den Angriff auf die in Frankreich kurz NKM genannte Kosciusko-Morizet und sprachen ihr Beistand aus. Premierminister Edouard Philippe, der sie im Krankenhaus besuchte, sprach von "unerträglicher Gewalt". Bürgermeisterin Hidalgo verurteilte die "feige und inakzeptable Tat".

Kosciusko-Morizet gehört dem liberalen Flügel der konservativen Republikaner an und ist eine der bekanntesten Politikerinnen des Landes. Zwischen 2007 und 2012 war sie unter Staatschef Nicolas Sarkozy erst Staatssekretärin und dann Umweltministerin. Sie kandidiert aktuell in einem Pariser Wahlkreis für ein Abgeordnetenmandat.

Bei der entscheidenden zweiten Runde der Parlamentswahl am Sonntag dürfte das Lager von Staatschef Emmanuel Macron einen klaren Sieg einfahren. Schätzungen zufolge könnte "En Marche" zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem mehr als 400 der 577 Sitze in der Nationalversammlung gewinnen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juni 2017 um 16:00 Uhr

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