Südkoreanische Grenzbefestigungen am Rande der entmilitarisierten Zone nahe Paju | Bildquelle: AFP

Koreanische Halbinsel Warnschüsse an Grenze abgefeuert

Stand: 23.05.2017 15:08 Uhr

90 Gewehrsalven wurden an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea abgefeuert - nach Militärangaben auf eine Drohne aus Nordkorea. Seoul hat daraufhin die Überwachung im Grenzgebiet verstärkt. Denn die Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten nehmen immer weiter zu.

Das südkoreanische Militär hat an der Grenze zum Nachbarstaat Nordkorea Warnschüsse auf ein Flugobjekt abgefeuert. Einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge habe es sich um eine Drohne gehandelt. Die Agentur stützte sich auf Angaben aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium.

90 Salven auf Drohne

Die Streitkräfte entdeckten die Drohne in der Provinz Gangwon im Osten des Landes und feuerten eigenen Angaben zufolge 90 Maschinengewehrsalven auf den Flugkörper ab. Außerdem funkten sie eine Warnung nach Nordkorea. Die Luftüberwachung im Grenzgebiet wurde auf Anweisung des südkoreanischen Generalstabs verstärkt. Noch müsse aber geprüft werden, ob die Drohne die Grenze überquert habe.

Zwischen den beiden Halbinselstaaten wurde seit dem Ende des Koreakrieges 1953 kein Friedensvertrag geschlossen. Sie befinden sich daher völkerrechtlich nach wie vor im Kriegszustand. Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea gilt als die am massivsten gesicherte weltweit.

Spannungen wegen Atomwaffentests

Immer wieder war es zu Zwischenfällen entlang der Grenze gekommen. Im Januar 2016 hatten Soldaten schon einmal auf eine Drohne aus Nordkorea gefeuert.

Seit dem vergangenen Jahr haben die Spannungen aufgrund der neuen Atom- und Raketentests der nordkoreanischen Regierung unter Machthaber Kim Jong Un zugenommen.

Erst am Wochenende hatte Pjöngjang einen weiteren Raketentest veranlasst und diesen nach eigener Aussage auch erfolgreich abgeschlossen. Bei dem Test war eine Mittelstreckenrakete, die laut Militär mit einen atomaren Sprengkopf ausgerüstet werden kann, auf das Meer hinaus gefeuert worden.

Nordkorea fühlt sich durch US-Politik provoziert

Es war der zweite Raketentest innerhalb einer Woche. Nordkorea begründet seine militärische Aufrüstung mit der Politik unter US-Präsident Donald Trump und der Kooperation zwischen der US-Armee und den Streitkräften Südkoreas, etwa durch gemeinsame Übungsmanöver. Zudem wurde in Südkorea das US-Raketenabwehrsystem THAAD stationiert.

Die Vereinten Nationen haben bereits durch mehrere Resolutionen die Atomwaffen-Politik Pjöngjangs verboten. Am Dienstag will der UN-Sicherheitsrat zu einer erneuten Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Mai 2017 um 16:00 Uhr

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