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Ausland
Pastor Terry Jones (r.) und Imam Muhammad Musri (Foto: AFP)
US-Pastor sagt umstrittene Koran-Verbrennung ab
Überraschende Wende in den USA

Pastor sagt umstrittene Koran-Verbrennung ab

Der evangelikale Pastor Terry Jones hat die umstrittenen Koranverbrennungen im US-Staat Florida abgesagt. Er begründete die Entscheidung damit, dass das umstrittene geplante Islamzentrum in New York nicht so nahe an dem am 11. September 2001 zerstörten World Trade Center errichtet werden solle. Das habe er mit dem Präsidenten der islamischen Gesellschaft von Zentral-Florida, Imam Muhammad Musri, besprochen. Der New Yorker Imam Faisal Abdul Rauf teilte dagegen mit, es habe keine solche Vereinbarung und auch keine Gespräche mit dem Pastor in Florida gegeben.

US-Verteidigungsminister telefonierte mit Pastor

US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte zuvor telefonisch mit Pastor Jones gesprochen, wie ein Sprecher des Pentagons in Washington sagte. Es sei ein "sehr kurzes Gespräch" gewesen. Gates habe dabei "seiner starken Besorgnis" Ausdruck verliehen, dass das Vorhaben US-Soldaten "in Lebensgefahr bringen" könne - insbesondere im Irak oder in Afghanistan. Er habe Jones deshalb gebeten, auf die Verbrennung zu verzichten.

Die kleine Christengruppe Dove World Outreach Center mit etwa 30 Mitgliedern hatte die Koran-Verbrennung für den Jahrestag der Anschläge vom 11. September angekündigt. Damit wollte die Gruppe den Islam als eine "gewaltsame und repressive Religion" entlarven.

Obama: Verbrennung wäre "destruktive Geste"

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor von einer "destruktiven Geste" gesprochen, die islamischen Fundamentalisten in die Hände spiele und Gewalt an Orten wie Pakistan und Afghanistan erzeugen könne. Die US-Regierung befürchtete, dass die Aktion in muslimischen Ländern zu Ausschreitungen und Gewalttaten führen könnte. Auch die internationale Polizeiorganisation Interpol hatte zuvor eine weltweite Warnung an ihre 188 Mitgliedsländer wegen der geplanten Koranverbrennungen herausgegeben. Es bestehe ein große Wahrscheinlichkeit, dass es wegen der Aktion zu Gewalttaten komme.

Stand: 09.09.2010 23:29 Uhr
 

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