Abgestorbene Korallen am Great Barrier Reef | Bildquelle: AFP

Alarmierendes Korallensterben am Great Barrier Reef Bleich durch "Hitzestress"

Stand: 21.03.2016 12:56 Uhr

In verschiedenen Farben leuchtend - so sollte ein Korallenriff eigentlich aussehen. Am Weltnaturerebe Great Barrier Reef in Australien sind viele Korallen aber ausgeblichen. Das Wasser dort ist zu warm, die Behörden verhängten die höchste Alarmstufe.

Hohe Wassertemperaturen haben am größten Korallenriff der Welt in Australien alarmierende Schäden verursacht. Am Nordende des 2300 Kilometer langen Great Barrier Reefs seien örtlich bereits bis zu 50 Prozent der Korallen abgestorben, berichtete die zuständige Behörde. Sie verhängte deshalb die höchste Alarmstufe. Bei Stufe 3 geht sie von "regional schwerwiegender Korallenbleiche" aus.

Es gibt mehrere Faktoren, die das zum Weltnaturerbe zählende Riff in seiner Existenz bedrohen: Dazu zählen neben dem Klimawandel die Dornenkronen-Seesterne, die Korallen fressen, die Algenblüte, Wirbelstürme und die Umweltverschmutzung. Aktuell macht sich vor allem das alle paar Jahre auftretende Wetterphänomen El Niño bemerkbar. Es sorgt für hohe Wassertemperaturen im Pazifik.

Korallensterben am größten Korallenriff der Welt
tagesschau 12:00 Uhr, 21.03.2016

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"Hitzestress, mit dem sie nicht länger fertig geworden sind"

Der Chef der für das Great Barrier Reef zuständigen Marineparkbehörde (GBRMPA), Russell Reichelt, erklärte, die Korallen im Norden des Riffs seien über Monate in warmem Wasser gewesen. "Das hat Hitzestress erzeugt, mit dem sie nicht länger fertig geworden sind".

Mit der höchsten Alarmstufe sollen die Überwachung des Riffs und Schutzmaßnahmen verbessert werden. "Dazu gehört die Reduzierung der Nährstoffe und Ablagerungen, die (von Feldern) ins Wasser geraten, die Fortsetzung des Programms zur Reduzierung der korallenfressenden Dornenkronen-Seesterne und die Teilnahme an weltweiten Anstrengungen zur Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen", so die Behörde.

Abgestorbene Korallen am Great Barrier Reef | Bildquelle: AFP
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Wie dieses nicht datierte, heute veröffentliche Bild zeigt, sind viele Korallen am Great Barrier Reef ausgebleicht.

Greenpeace fordert Ende des Kohleabbaus

"Die Bilder, die wir vom nördlichen Teil des Great Barrier Reef zu sehen bekommen, sind verheerend", sagte die Regionalbeauftragte der Umweltorganisation Greenpeace, Shani Tager. Umweltminister Greg Hunt sagte nach einem Überflug der betroffenen Gebiete, die Verhältnisse am Nordteil des größten Korallenriffs der Welt bereiteten ihm "Sorge". Allerdings sei die Korallenbleiche nicht so schlimm wie 1998 und 2002.

"Das Riff kann sich erholen", sagte Richard Leck von der Umweltorganisation WWF. "Aber wir müssen den Wechsel zu sauberer, erneuerbarer Energie beschleunigen." Zudem müsse die Umweltbelastung durch die Landwirtschaft und durch Waldrodungen verringert werden. Die Greenpeace-Beauftragte Tager forderte, den Kohleabbau einzustellen.

Korallen sind Nesseltiere, die in Symbiose mit Algen leben. Die Algen versorgen sie mit Nährstoffen. Algen scheiden bei anhaltend hohen Wassertemperaturen Gifte aus. Dann stoßen die Korallen sie ab. Sie verlieren erst ihre Farbe und sterben ab, wenn sich keine neuen Algen ansiedeln.

Webvideo - Korallenriff in Gefahr

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