Ein ägyptischer Sicherheitsmann deutet auf die Stelle, an der 26 koptische Christen getötet | Bildquelle: REUTERS

Schüsse in Ägypten Mindestens 26 Kopten ermordet

Stand: 26.05.2017 13:29 Uhr

Südlich der ägyptischen Hauptstadt Kairo haben Bewaffnete einen Bus mit koptischen Christen angegriffen. Mindestens 26 Menschen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums getötet, viele weitere verletzt. Kopten sind immer wieder Ziel von Anschlägen in Ägypten.

Bei einem Angriff bewaffneter Männer auf einen Bus mit koptischen Christen sind in Ägypten mindestens 26 Menschen getötet worden. Das teilte ein Sprecher des ägyptischen Gesundheitsministeriums mit. Wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete, wurden 25 weitere verletzt.

Die Opfer sollen auf dem Weg zum St.-Samuel-Kloster im Gouvernement Al-Minja rund 220 Kilometer südlich der Hauptstadt Kairo gewesen sein, als sie auf einer Straße von mehreren Angreifern attackiert wurden. Es habe sich laut Augenzeugenberichten um acht bis zehn Attentäter in Militäruniformen gehandelt, erklärte das Ministerium. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm zunächst niemand. Die Attacke ereignete sich am Vortag des heiligen muslimischen Fastenmonats Ramadan. In der Region um Al-Minja leben zahlreiche Christen.

Volker Schwenck, ARD Kairo, zum Angriff auf die Kopten
tagesschau 17:00 Uhr, 26.05.2017

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Bundesregierung verurteilt Angriff

Die Bundesregierung verurteilte den Angriff auf das Schärfste. Außenamtssprecher Martin Schäfer erklärte: "Diese Art von Terrorismus gegen Menschen anderen Glaubens ist furchtbar." Deutschland wolle seinen Beitrag dazu leisten, "dass so etwas in der Zukunft nicht mehr geschehen kann".

45 Tote im April

Ägyptens Christen waren bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Anfang April starben bei einem Doppelanschlag auf Kirchen in Alexandria und in Tanta mehr als 45 Menschen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte die Taten für sich. Anfang Mai drohten die Extremisten mit neuen Angriffen auf Christen. Muslime sollten Ansammlungen von Christen und Ausländern aus dem Westen meiden, warnte ein namentlich nicht genannter Anführer der Gruppe in einem Interview der IS-Publikation "Al-Nabaa". Er forderte Muslime auch dazu auf, Einrichtungen der ägyptischen Armee, Polizei und Regierung fernzubleiben.

Christen machen rund zehn Prozent der mehr als 90 Millionen Ägypter aus. Papst Franziskus hatte Ägypten Ende April bei einem Besuch in Kairo im Kampf gegen religiösen Extremismus und Terror gegen Christen in die Pflicht genommen. Die Probleme müssten sofort angegangen werden, "um ein noch schlimmeres Abdriften in die Gewalt zu vermeiden", sagte der Pontifex bei einem Treffen mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Mai 2017 um 13:00 Uhr.

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