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Nach nächtlichen Ausschreitungen am Rande des Klimagipfels in Kopenhagen hat die dänische Polizei mehr als 200 Menschen festgenommen. Randalierer errichteten am Montagabend brennende Barrikaden nahe der alternativen Wohnsiedlung Christiania und griffen die Polizei mit Molotow-Cocktails an, wie Augenzeugen berichteten.
Zahlreiche dänische und ausländische Umweltaktivisten hatten zuvor auf dem Gelände gefeiert. Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender TV2 News, die Polizei habe alle Ausgänge des Geländes abgeriegelt und Tränengas eingesetzt, um die in einem Zelt versammelten Teilnehmer auseinanderzutreiben. Christiania entstand Anfang der 1970er Jahre auf einem ehemaligen Kasernengelände, wo sich Aussteiger und Künstler niederließen, und wurde zum Inbegriff der dänischen Hippie-Kultur. Bei Protesten gegen Polizeieinsätze und den Abriss sowie die Räumung von Häusern in Christiania kam es wiederholt zu Straßenschlachten.
Die Umweltminister setzten derweil ihre informellen Beratungen fort. Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist für die Diskussion über die Klimaziele der Industriestaaten als Co-Vorsitzender eingeteilt. Am Nachmittag sollen die formellen Beratungen der feierlich eröffnet werden.
Am Donnerstag und Freitag werden für die abschließenden Beratungen 115 Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore sagte in Kopenhagen, die USA müssten "sehr viel mehr" für den Kampf gegen die Erderwärmung tun. Das, was Obama in weniger als einem Jahr unternommen habe, sei allerdings hervorragend im Vergleich zu den acht Jahren der Vorgängerregierung unter George W. Bush.
[Bildunterschrift: Um auf die dramatische Lage der Malediven aufmerksam zu machen, ging Ministerpräsident Nasheed mit seinem gesamten Kabinett kürzlich auf Tauchgang. ]
Als erster der in Kopenhagen erwarteten rund 120 Staats- und Regierungschefs schaltete sich der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, in die UN-Klimakonferenz ein. Mit einem dramatischen Appell zur Rettung der Inselkette seiner Heimat wandte sich Nasheed an die Delegierten. "Bei allen politischen Abkommen geht es um Verhandlungen, um Bereitschaft zum Kompromiss", sagte er. Beim Klimawandel aber gehe es um Physik. "Mit Mutter Natur kann man keinen Handel schließen", sagte Nasheed und warb dafür, die wissenschaftlichen Vorgaben im Kampf gegen den Klimawandel zu akzeptieren.
Nach Schätzungen des UN-Klimarats würde schon ein Anstieg des Meeresspiegels um 18 bis 59 Zentimeter ausreichen, um die flachen Inseln der Malediven weitgehend unbewohnbar zu machen.
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