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[Bildunterschrift: US-Präsident Obama wird zur Endphase des Klimagipfels nach Kopenhagen anreisen. ]
US-Präsident Barack Obama ist optimistisch, dass es beim Klimagipfel in Kopenhagen zu einem Durchbruch kommen könnte. Das teilte Obama nach Gesprächen mit mehreren europäischen Politikern mit, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy.
Um einen Erfolg der Konferenz zu fördern, entschied sich Obama kurzfristig zu einer Änderung seiner Reisepläne: Er werde nicht wie geplant zur Eröffnungsphase am 9. Dezember, sondern erst am 18. Dezember nach Kopenhagen kommen. In dieser Endphase der Konferenz sei seine Anwesenheit hilfreicher, teilte das Weiße Haus mit.
Es gebe Fortschritte in Richtung auf ein Abkommen, "das alle Themen, die derzeit verhandelt werden, umfasst", hieß es in der Mitteilung. Obama gründe seine Zuversicht unter anderem auf China und Indien, die kürzlich erstmals konkrete Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgase genannt hatten.
Außerdem gebe es Anzeichen für einen Konsens, ab dem Jahr 2012 rund zehn Milliarden Dollar jährlich aufzubringen, um Entwicklungsländern bei der Reduzierung von klimaschädlichen Gasen zu helfen. Allerdings warnte Obama, es gebe nach wie vor ungeklärte Fragen, die noch verhandelt werden müssten.
Die Entscheidung Obamas wurde international durchweg positiv aufgenommen. "Das ist ein eindeutiges Signal, dass Obama den Erfolg will und mit allem Risiko das Gewicht seiner Person in die Waagschale wirft", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen der "Bild am Sonntag". Er äußerte die Erwartung, dass die Vereinigten Staaten ihrer "Führungsrolle in der Welt" jetzt auch beim Thema Klima gerecht werden. "Obama muss beim Thema Klima jetzt liefern."
Der schwedische Regierungschef und amtierende EU-Ratspräsident Fredrik Reinfeldt bezeichnete Obamas Teilnahme an der entscheidenden Phase des Gipfels als "positiv" - sie gebe den Verhandlungen "politisches Gewicht".
Auch Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, der Obamas ursprünglichen Reiseplan kritisiert hatte, begrüßte die Entscheidung des US-Präsidenten: Obamas Erscheinen zum Ende des Gipfels zeige die Wichtigkeit, die die USA einem Erfolg der Konferenz beimessen. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown erhofft sich "großen Auftrieb" für die Klimaverhandlungen.
Wie aus dänischen Regierungskreisen verlautete, werden "so gut wie alle" EU-Länder an den letzten beiden Verhandlungstagen der Klimakonferenz durch ihre höchsten politischen Repräsentanten vertreten. Aus Afrika kommen 20 Staats- und Regierungschefs, aus Süd- und Nordamerika 15. Damit ist die Zahl von 100 Zusagen überschritten.
Die meisten Staats- und Regierungschefs kommen in der zweiten Woche ab dem 14. Dezember. Für Deutschland leitet in der zweiten Woche zunächst Umweltminister Norbert Röttgen die Verhandlungen, ehe Kanzlerin Angela Merkel nach Kopenhagen kommt.
Vor Beginn der Konferenz warnten mehrere Experten vor einem Scheitern des Gipfels. Zudem warnten deutsche Klimaforscher, die Pläne der Industrie- und Schwellenländer reichten nicht aus, um die Erwärmung wie gefordert auf zwei Grad zu begrenzen.
Auch der Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner, forderte erneut eine Einigung in Kopenhagen. Sonst drohten auch dramatische wirtschaftliche Konsequenzen, sagte Steiner der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Es hängen Hunderte von Milliarden Euro, verteilt über die Weltwirtschaft, in einer Warteschleife, weil mit Sorge beobachtet wird, ob die Welt den Sprung in ein CO2-armes Abkommen schafft", sagte Steiner. Kopenhagen könnte in der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise zu einer der bedeutendsten Konjunkturmaßnahmen werden.
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