Konzert an der Mauer zwischen USA und Mexiko. | Bildquelle: REUTERS

Dresdner Sinfoniker in Tijuana Große Töne gegen Trumps Mauer

Stand: 04.06.2017 16:37 Uhr

Bei Tijuana ist die Mauer zwischen den USA und Mexiko bereits Realität. Die Dresdner Sinfoniker wählten deshalb diesen Ort, um gegen die Pläne des US-Präsidenten zu protestieren. Dazu hämmerten sie auch auf der Mauer.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko, zzt. in Tijuana

Was die Mexikaner "El Muro" - die Mauer - nennen, sind rund um Tijuana eine meterhohe Metallwand und mehrere Zaunanlagen hintereinander. Das Monstrum zerschneidet schon seit vielen Jahren den Strand und ragt weit ins Meer hinein.

Aus dieser Mauer holten die Dresdner Sinfoniker hämmernd und klopfend Musik - in ihrem Stück "The Big, the bug, the Cricket and the Quack", das sie an der US-mexikanischen Grenze am Strand von Tijuana uraufführten.

Fast wie ein fröhliches Volksfest wirkte die politische Kunstaktion vor der Metallkonstruktion auf mexikanischer Seite, initiiert von den Dresdner Sinfonikern mit ihrem Intendanten Markus Rindt. Er sagte: "Was kann man besseres machen, als die Mauer in ein Instrument zu verwandeln?! Das ist viel besser als sie dazu zu benutzen, Menschen zu trennen!"

Dresdner Sinfoniker spielen Protest-Konzert in mexikanischem Tijuana
Xenia Böttcher, ARD Mexiko-City, zzt. Tijuana

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Verbot der US-Behörden

Die Mauer hat grenzübergreifende Musik verhindert: Die ursprüngliche Idee der Sinfoniker, auf beiden Seiten des Zauns zu spielen, haben US-Behörden verboten - aus Sicherheits- und Vogelschutzgründen.

Nicht einmal der Zutritt zum Friendship Park war an diesem Tag erlaubt. Der ist an den Wochenenden eine Begegnungsstätte für getrennte Familien. Durch die engen Maschen des Zauns können sie sich zwar kaum sehen, aber mit den Fingerspitzen berühren.

"Amerika wird die Mauer bauen"

Nur eine Handvoll Anhänger von US-Präsident Donald Trump steht bei einer lautstarken Anti-Mauer-Gegenveranstaltung auf der anderen Seite, trötet und schwenkt Transparente. "Amerika wird die Mauer bauen", lassen sie wissen.

Mauerklang und Mauerkrankheit: Gegen die musiziert der US-Amerikaner Glenn Weyant schon seit mehr als zehn Jahren, indem er die Grenzanlagen unter anderem mit Drumsticks zum Klingen bringt.

Er ist auf die mexikanische Seite gekommen und bespielt den Zaun mit den Dresdnern gegen Mauerkrankheit. Er erläutert:

Als die Berliner Mauer noch stand, hatten die Menschen ihretwegen psychische Probleme wie Depressionen. Die Trennung ihrer Kultur und ihrer Familien war einfach zu viel für sie. Bei uns haben wir dasselbe Problem mit Mexiko. Wir leiden an Mauerkrankheit, weil die Menschen durch eine Mauer getrennt sind. Die militarisierte Umgebung verstärkt das. Was ich über die Mauerkrankheit gelernt habe ist, dass es wie eine Epidemie in der ganzen Welt ist.

Glen Weyant und Gitarrist Robert Neustadt
galerie

Glen Weyant - hier mit Gitarrist Robert Neustadt - musiziert seit Jahren gegen Mauern und die Mauerkrankheit.

Ein Festival an der Grenze

Gegen diese Epidemie und die Mauerbaupläne von US-Präsident Trump rockte der Strand von Tijuana einen Tag lang. Aus einem Konzert der Sinfoniker wurde ein ganzes Festival.

Markus Rindt, der Ideengeber für das Anti-Mauern-Konzert unter dem Titel "Tear down this Wall", hat eine persönliche Mauergeschichte: Er floh einst aus der DDR in den Westen. Er habe sich darüber geärgert, wie Trump sich mit den Mauerplänen gebrüstet habe, erklärt er. Mauern seien ein weltweites Problem. "Es ist nicht nur gegen die physischen Mauern, es ist auch gegen die Mauern in den Köpfen der Menschen", so Rindt.

Intensive Musik, viele Gefühle

Die mexikanischen Besucher sind begeistert und gerührt, weil die Deutschen den weiten Weg zurückgelegt haben, um hier zu musizieren.

Francisco Arzave berichtet für einen Onlinesender in Tijuana über die Veranstaltung: "Dass die Dresdner an diesen Punkt der Grenze gekommen sind, ist wichtig für uns. Diese Mauer ist für die Menschen in Tijuana schon seit vielen Jahren Realität. Die Spannungen sind gestiegen und die Politik der USA ist seit Donald Trump anti-mexikanisch." Deshalb sei diese Veranstaltung eine moralische Unterstützung.

Das trennende Bauwerk hat an diesem Tag vereint: Künstler aus den USA, Dresden, Tijuana, Guatemala und hunderte Besucher.

Als Antwort auf die Gewalt müsse Musik noch intensiver und schöner werden, steht auf einem Transparent über der Bühne. Heute hat die Mauer sogar dabei geholfen.

Mauer zum Klingen bringen – Anti-Mauern-Konzert der Dresdner Sinfoniker
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko-Stadt, zzt. Tijuana
04.06.2017 18:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Juni 2017 um 15:00 Uhr.

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