Konflikt um Lieferungen in die Ostukraine Russland plant neuen Hilfskonvoi

Stand: 25.08.2014 14:22 Uhr

Trotz massiver internationaler Kritik an russischen Hilfslieferungen für die Ostukraine plant die Regierung in Moskau einen zweiten Konvoi. Die Ukraine sei darüber informiert worden, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei einer Pressekonferenz in Moskau.

"Wir hoffen, dass der zweite Konvoi in den kommenden Tagen losgeschickt werden kann", sagte Lawrow vor Journalisten. Er rief die Ukraine und das Internationale Rote Kreuz auf, bei der Hilfsaktion mitzuarbeiten.

Der Konvoi aus Moskau in der Nähe der russischen Stadt Woronesch in der Grenzregion. | Bildquelle: dpa
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Der erste Konvoi aus Moskau, der am Freitag ohne Genehmigung die ukrainische Grenze überquerte. Hier ist er in der Grenzregion zu sehen.

Kritik von den Vereinten Nationen

Der Schritt stieß in der Ukraine, bei den Vereinten Nationen und bei der NATO auf Kritik. Die USA drohten Russland mit Konsequenzen, wenn die Lastwagen nicht umgehend das Land wieder verließen. Nach Erkenntnissen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) fuhren die letzten Lastwagen am Samstag wieder nach Russland zurück.

Die ukrainische Regierung hatte die Befürchtung geäußert, dass mit dem Konvoi neue Waffen an die prorussischen Separatisten geliefert werden sollten.

Am Freitag hatte Moskau eigenmächtig einen seit Tagen an der Grenze wartenden Hilfskonvoi für die notleidende Bevölkerung über die Grenze fahren lassen. Die mehr als 200 Lastwagen wurden ohne das Einverständnis Kiews und des Roten Kreuzes in die Rebellenhochburg Lugansk geschickt.

Kaum Hoffnung auf Annäherung

Unterdessen gibt es international kaum Hoffnung auf eine baldige Annäherung. Gestern verschärften sich die Spannungen weiter. Zeitgleich mit der Militärparade zum Unabhängigkeitstag in Kiew organisierten Aufständische in Donezk einen so genannten "Marsch der Schande". Gefangene ukrainische Soldaten wurden über eine Straße geführt und von Umstehenden beschimpft und mit Eiern beworfen. Dass Kriegsgefangene zur Schau gestellt werden, ist international geächtet und durch die Genfer Konvention ausdrücklich verboten.

Außenminister Lawrow kündigt weiteren Hilfskonvoi an
tagesthemen 22:15 Uhr, 25.08.2014, Birgit Virnich, ARD Moskau

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