Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

10.02.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 04:55 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 02:05 Uhr
Inhalt
Wirtschaft
US-Finanzminister Henry Paulson
US-Regierung ändert Rettungspaket
US-Regierung ändert Rettungspaket

Mehr Kredite für mehr Konsum

Ursprünglich war das US-Rettungspaket zum Aufkauf fauler Hypothekendarlehen gedacht. Doch US-Finanzminister Paulson setzt das Geld anders ein. Nach dem Kauf von Banken plant er nun massive Hilfen für Kreditkartengesellschaften, um den Konsum nicht zu gefährden.

Von Rüdiger Paulert, ARD-Studio Washington

Die amerikanische Regierung will den Konsum in den Vereinigten Staaten ankurbeln. Und zwar mit Geld aus dem 700 Milliarden Dollar Rettungspaket für die Finanzwirtschaft. Dies kündigte US Finanzminister Henry Paulson an. Wegen mangelnder Liquidität seien die Kosten für Auto-, Studenten- und Kreditkartendarlehen gestiegen, sagte er. "Wir prüfen die Einrichtung eines Finanztopfes für sehr sichere Darlehen. Auf diese Weise können wir die Kosten der Kredite reduzieren und den Verbrauchern mehr Darlehen zur Verfügung stellen."

Dossier:

Dossier

40 Prozent der Konsumentenkredite in den Vereinigten Staaten sind durch Wertpapiere abgesichert, hinter denen Autokredite und ähnliches stehen. Hier soll die Hilfe nun ansetzen. Und zwar in Form pauschaler Zahlungen an Banken oder zusätzlich an Kreditkartengesellschaften, wie etwa American Express, die dreieinhalb Milliarden Dollar Unterstützung beantragt haben. Direkte Hilfen aus dem Rettungspaket für die angeschlagene amerikanische Autoindustrie lehnte Paulson allerdings ab.

"Wert von faulen Darlehen schwer zu ermitteln"

US-Finanzminister Henry Paulson (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: US-Finanzminister Henry Paulson hofft darauf, mit seinen Maßnahmen die Wirtschaft in den USA wieder in Gang zu bekommen. ]
Mit diesem neuerlichen Schritt überraschen das amerikanische Finanzministerium und die Federal Reserve zum zweiten Mal die Finanzmärkte. Denn schon vom ersten Tag an wurden die Gelder aus dem Rettungspaket für die amerikanische Finanzwirtschaft anders verwendet als ursprünglich erwartet. Statt mit dem Geld faule Hypothekendarlehen zu kaufen, erwarb die amerikanische Regierung Beteiligungen an Banken. Paulson erklärte dazu: "In der Situation, in der wir waren, war der Wert von faulen Darlehen sehr schwer zu ermitteln. Das war nicht praktikabel und im Prinzip nicht zu leisten. Deshalb wechselten wir den Kurs."

Rund 250 Milliarden Dollar wurden bereits in Banken investiert. Dadurch verfügten diese wieder über "frisches" Geld und konnten sich gegenseitig auch wieder Kredite geben. Das Vertrauen kehrte zurück, ohne dass allerdings die faulen Darlehen verschwunden wären. Hieran arbeiten nun die Privatbanken, aber auch die in staatlichem Besitz befindlichen Banken Fannie Mae und Freddie Mac. Unter bestimmten Bedingungen werden die Hypothekenzinsen für Schuldner gesenkt und die Rückerstattungszeiträume gestreckt. Damit soll mehreren Hunderttausend in Schwierigkeiten geratenen Eigenheimbesitzern die Zwangsversteigerung erspart bleiben. Gleichzeitig gibt es für die Banken wieder die Hoffnung, dass doch noch Geld aus den vergebenen Hypothekendarlehen zurückfließt.

Globale Ungleichgewichte berücksichtigen

Versicherungsriese AIG (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die US-Regierung versucht mit bislang 40 Milliarden Dollar den Versicherungsriesen AIG zu retten. ]
Neben den 250 Milliarden Dollar für die Banken wurden bis jetzt weitere 40 Milliarden Dollar zur Rettung des Versicherungsriesen AIG ausgegeben. Bis auf einen Rest von 60 Milliarden Dollar ist damit die erste Hälfte des Rettungspakets sozusagen unter die Leute gebracht. Henry Paulson sagte es nicht, aber seiner Körpersprache war anzumerken, dass er glaubt, damit vor dem G20-Treffen der Staats- und Regierungschefs am kommenden Wochenende in Washington seine Hausaufgaben gemacht zu haben.

Gleichzeitig warnte er davor, den schwarzen Peter für die Finanzmarktkrise allein den USA zuzuschieben. Es gebe keinen Zweifel daran, dass die niedrigen Ersparnisse in den USA ein wichtiger Faktor zur Erklärung der Krise seien. "Aber der schleppende Konsum und die Anhäufung von Geld in Asien und den erdölexportierenden Ländern, sowie strukturelle Probleme in Europa haben die Krise ebenfalls geschürt." Wenn nur über Regulierung gesprochen werde, ohne über globale Ungleichgewichte zu reden, "dann lassen wir eine Chance verstreichen, den Boden für globale Märkte zu verbessern und die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen."

Stand: 13.11.2008 01:58 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW