Kongolesische Sicherheitskräfte und Demonstranten in Kinshasa | Bildquelle: AP

Kongo Tote bei Protesten gegen Kabila

Stand: 31.12.2017 22:26 Uhr

Im Kongo richtet sich die Wut vieler Menschen gegen Präsident Kabila, dessen Amtszeit eigentlich schon 2016 abgelaufen ist. Die Proteste gegen ihn sind nun eskaliert. Sicherheitskräfte töteten sieben Demonstranten. Die UN verurteilten die Gewalt.

Bei Protesten gegen Kongos Präsidenten Joseph Kabila haben Sicherheitskräfte mindestens sieben Menschen in der Hauptstadt Kinshasa getötet. Auch ein Polizist sei ums Leben gekommen, sagte Polizeisprecher Pierrot Mwanamputu. Eine Sprecherin der UN-Mission im Kongo, Florence Marchal, teilte mit, mindestens 82 Personen seien im Kongo wegen der Protestaktionen festgenommen worden. Sie verurteilte den Einsatz von Gewalt gegen friedliche Demonstranten.

Katholische Bürgerrechtler hatten zu den Protesten aufgerufen. Die Polizei verbot sie. Die Regierung ließ zudem unter Verweis auf die nationale Sicherheit den Zugang zu Internet- und SMS-Diensten bis auf Weiteres sperren.

Mehrere Kabila-Gegner demonstrieren

Dennoch versammelten sich nach den Sonntagsmessen vor mehreren Kirchen Kabila-Gegner, um dem Demonstrationsaufruf zu folgen, was die Sicherheitskräfte auf den Plan rief. Bei ähnlichen Protesten im vergangenen Jahr waren Dutzende Demonstranten von Sicherheitskräften getötet worden.

Die Proteste richten sich gegen Kabila, weil dieser seinen Posten nicht räumt. Seine Amtszeit lief eigentlich im Dezember 2016 ab. In Absprache mit der Opposition durfte er zwar dennoch vorerst an der Macht bleiben. Spätestens Ende 2017 sollte aber ein Nachfolger gewählt werden. Allerdings wurde diese Abstimmung inzwischen auf Ende 2018 verschoben. Kritiker vermuten, dass Kabila die Zeit nutzen will, um einen Verfassungspassus zu streichen, der es ihm verbietet, sich um eine weitere Amtszeit zu bewerben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Dezember 2017 um 20:00 Uhr.

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