Kolumbianische Soldaten | Bildquelle: dpa

Friedensprozess in Kolumbien UN soll Waffenruhe beobachten

Stand: 19.01.2016 22:22 Uhr

Nach mehr als fünf Jahrzehnten sind die Regierung in Kolumbien und die Farc-Rebellen dem Frieden ein Stück näher gekommen. Sie verständigten sich darauf, eine UN-Mission zu beantragen, die zwölf Monate lang den Waffenstillstand und die Entwaffnung beobachtet.

Kolumbiens Regierung und die Farc-Guerilla haben sich bei ihren Friedensverhandlungen auf eine von den Vereinten Nationen überwachte Waffenruhe geeinigt. Wie beide Seiten mitteilten, soll der UN-Sicherheitsrat um die Schaffung einer Beobachtermission gebeten werden. Beobachter der UN und der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) sollen den Angaben zufolge nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwölf Monate lang die Waffenruhe und die Entwaffnung der Rebellen kontrollieren.

Die Farc-Guerilla kämpft seit einem halben Jahrhundert gegen den kolumbianischen Staat und Großgrundbesitzer. In dem blutigen Konflikt wurden seitdem mindestens 220.000 Menschen getötet. 5,3 Millionen Menschen wurden durch die Kämpfe in die Flucht getrieben.

Drei Jahre Verhandlungen

Die Friedensgespräche zwischen den linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) und der Regierung aus Bogotá hatten vor mehr als drei Jahren in Kubas Hauptstadt Havanna begonnen. Im September verkündeten Präsident Juan Manuel Santos und der Farc-Kommandeur Timoleón Jiménez alias Timochenko bei einem historischen Treffen in Havanna den Durchbruch bei den Verhandlungen. Damals hieß es, das endgültige Friedensabkommen werde in spätestens sechs Monaten, also im März 2016, unterzeichnet. Das Datum wurde von Seiten der Farc später aber wieder in Frage gestellt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Januar 2016 um 12:45 Uhr.

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