Sicherheitskräfte bewachen das beschlagnahmte Kokain | Bildquelle: dpa

Zwölf Tonnen beschlagnahmt Historischer Kokain-Fund in Kolumbien

Stand: 09.11.2017 07:43 Uhr

Es ist der "größte Schlag der Geschichte" gegen den Drogenhandel in Kolumbien. So zumindest deutet Präsident Santos einen Zwölf-Tonnen-Kokain-Fund der Polizei. 400 Beamte hätten die Drogen im Wert von 360 Millionen US-Dollar beschlagnahmt.

Der Polizei und dem Militär in Kolumbien ist der größte Kokainfund in der Geschichte des Landes gelungen: Insgesamt zwölf Tonnen Kokain wurden beschlagnahmt. Die Drogen, die in vier Fincas sichergestellt wurden, sollen dem Kartell "Clan de Golfo" gehören. Rund 400 Sicherheitskräfte sollen bei dem Finale der lange vorbereiteten Operation mitgewirkt haben, zum Teil wurden die Fincas aus der Luft attackiert.

"Zwölf Tonnen Kokain sind ein überzeugendes Zeichen der Stärke unserer Streitkräfte", lobte Präsident Juan Manuel Santos den Rekordfund. Er sprach vom "größten Schlag der Geschichte".

Ein Kilo Kokain aus Kolumbien koste rund 1500 US-Dollar und könne in den USA bis zu 30.000 US-Dollar einbringen. "Wenn wir diesen Kilopreis mit den 12 Tonnen multiplizieren kommen wir auf einen Wert von 360 Millionen US-Dollar."

Sicherheitskräfte und Präsident Santos mit dem beschlagnahmten Kokain | Bildquelle: dpa
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Sicherheitskräfte und Präsident Santos mit dem beschlagnahmten Kokain

362 Tonnen Kokain in diesem Jahr beschlagnahmt

Schon seit Monaten gibt es immer wieder Erfolge im Kampf gegen die Kokainmafia. Im Grenzgebiet zu Panama wurden in den letzten Monaten rund 20 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Es ist ein Hauptoperationsgebiet des Golf-Clans, um das Kokain per Schiff oder Flugzeug weiter Richtung Mittelamerika und die USA oder Europa zu bekommen. Insgesamt konnten Polizei und Militär in diesem Jahr bereits rund 362 Tonnen Kokain sicherstellen.

Nach der Aufgabe des bewaffneten Kampfes durch die zuletzt noch rund 7000 Kämpfer der linken Farc-Guerilla will Santos, der für das Ende dieses Konfliktes den Friedensnobelpreis erhielt, den Kokainhandel in den früheren Farc-Gebieten bekämpfen. Es soll vermieden werden, dass andere Banden in den oft unwegsamen Regionen die Kontrolle über den Kokaanbau und die Kokainproduktion übernehmen.

Kokaanbau für Bauern attraktiv

Die Vereinten Nationen hatten Kolumbien zuletzt zugesagt, beim Zurückdrängen des zuletzt drastisch gestiegenen Kokaanbaus zu helfen. Bauern sollen mit Hilfe eines millionenschweren Projekts zum Anbau anderer Agrarprodukte wie Kakao oder Kaffee animiert werden.

Koka ist einfach anzupflanzen, kann mehrmals im Jahr geerntet werden und bringt den Bauern viel Geld ein - daher scheiterten in der Vergangenheit oft Hilfsprogramme für Bauern, die zum Anbau von anderen Produkten animiert werden sollten.

Mit geschätzt mindestens 900 Tonnen im Jahr wird in Kolumbien das meiste Kokain der Welt produziert. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen. Neben Kolumbien wird in Peru und Bolivien Koka angebaut, aber auch legal zum traditionellen Konsum. Viele Menschen kauen die Blätter, zum Beispiel um Ermüdungserscheinungen vorzubeugen. In Europa wird nach Schätzungen pro Jahr Kokain für fast 6 Milliarden Euro abgesetzt.

Kolumbianische Polizei beschlagnahmt 12 Tonnen Kokain
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
09.11.2017 17:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. November 2017 um 04:00 Uhr.

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