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Nach 30 Jahren Flucht Polizei fasst Kokain-Boss "Weißer Kopf"

Stand: 02.07.2017 07:38 Uhr

Nicht weniger als drei Jahrzehnte lang war er auf der Flucht, unter fremdem Namen und mit operiertem Gesicht - aber jetzt hat Brasiliens Polizei den Kokain-Boss da Rocha doch noch festgenommen. An dem Einsatz sollen mehr als 150 Polizisten beteiligt gewesen sein.

Nach rund drei Jahrzehnten auf der Flucht ist einer der führenden Kokain-Bosse Südamerikas gefasst worden. Die brasilianische Polizei nahm Luiz Carlos da Rocha in Sorriso im Bundesstaat Mato Grosso fest. An dem Großeinsatz waren demnach 150 Beamte beteiligt.

Luiz Carlos da Rocha | Bildquelle: AFP
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Mit operiertem Gesicht und unter falschem Namen ging da Rocha jahrelang unbehelligt seinen Drogengeschäften nach.

Da Rocha alias "Weißer Kopf" steht im Verdacht, an der Spitze eines riesigen Kokain-Netzwerks zu stehen, das die Drogen in den Dschungeln von Bolivien, Kolumbien und Peru herstellt und sie in den USA und Europa vertreibt. Darüber hinaus soll er Drogenhändler in São Paulo und Rio de Janeiro mit Kokain versorgt haben, die als besonders gewalttätig gelten.

100 Millionen Dollar Vermögen

Sein persönliches Vermögen schätzt die Polizei auf 100 Millionen Dollar. Die Polizei beschlagnahmte bei insgesamt 24 Razzien Vermögen im Schätzwert von zehn Millionen US-Dollar (rund 8,7 Millionen Euro), darunter Luxuswagen, Flugzeuge und Gebäude.

Nach Polizeiangaben wurde auch der engste Vertraute des Drogenbosses festgenommen. Um unerkannt zu bleiben, ließ Da Rocha laut den Ermittlern sein Gesicht operieren und nahm den falschen Namen Vitor Luiz de Moraes an. Auf diese Weise habe er jahrelang unbehelligt sein Drogengeschäft fortsetzen können.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Juli 2017 um 06:00 Uhr.

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