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28.05.2012

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Bundespräsident besucht Truppen in Afghanistan
Bundespräsident besucht Truppen in Afghanistan

"Ihr Einsatz ist richtig und legitim"

Köhler spricht vor Soldaten (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Köhler sprach in Masar-i-Scharif vor den deutschen Soldaten. ]
Bundespräsident Horst Köhler hat den deutschen Soldaten bei einem Blitzbesuch in Afghanistan den Rücken gestärkt und mehr Unterstützung durch die Politik zugesagt. "Ich verspreche Ihnen: Ich werde alles tun, was ich kann, damit in Deutschland gewürdigt wird, was Sie in Afghanistan leisten", sagte das Staatsoberhaupt bei seinem Aufenthalt am Hindukusch. Köhler drückte den Soldaten seinen Respekt aus und lobte ihren Mut. Die deutschen Soldaten seien bereit, ihr Leben für Frieden und Freiheit einzusetzen.

Die Politik müsse jedoch mehr tun, um das Interesse und die Anteilnahme der deutschen Bevölkerung an dem Einsatz zu vertiefen, forderte Köhler. "Ihr Einsatz ist schwierig und gefährlich, aber er ist richtig und legitim." Ziel sei es, den Menschen in Afghanistan zur Seite zu sehen, damit sie den Weg zu Frieden, Menschenrechten und Entwicklung künftig selbst gehen könnten. "Gott schütze Sie. Deshalb bin ich hier, um Ihnen das zu sagen", sagte er zum Abschluss seiner Rede unter dem Beifall mehrerer Hundert Soldaten in Masar-i-Scharif.

Köhler spricht indirekt von Krieg

Köhler im Ehrenhain (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Bundespräsident besuchte auch den Ehrenhain für die gefallenen Soldaten. ]
Danach mischte sich der Bundespräsident zum Gespräch unter die Soldaten. Er forderte mit ihm zu reden, als wären sie Kameraden. Das mindeste, was die Politik für die Truppe tun könne, sei jetzt zuzuhören, sagte er. Nach dem Gespräch mit den Soldaten sagte Köhler: "Hier, finde ich, fühlen die Soldaten weitgehend, es ist ein Krieg. Und dem werde ich nicht widersprechen." Köhler sagte, er sei durch den Besuch eher ermutigt worden. Er ergänzte: "Die Soldaten, die ich gesprochen habe, halten das nicht für eine 'mission impossible' (aussichtslosen Einsatz)."

Der auf zwei Stunden angelegte Kurzbesuch war aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehalten worden. Es ist der erste Besuch Köhlers in Afghanistan. Er befindet sich auf der Rückreise von einem Besuch in China. Laut dem Verteidigungsministerium wurde der Bundespräsident von seiner Ehefrau Eva-Luise und Verteidigungsstaatssekretär Rüdiger Wolf begleitet. Köhler besuchte auch den Ehrenhain für die 43 im Einsatz gefallenen deutschen Soldaten.

Bundeswehr in den letzten Tagen mehrfach angegriffen

Aufständische haben die Bundeswehr in dieser Woche bereits drei Mal angegriffen. Bei einer Patrouillenfahrt wurde ein Soldat am Donnerstag leicht verletzt, als ein Fahrzeug vom Typ Dingo nördlich von Kundus auf eine Sprengfalle fuhr.

Am Vortag hatte eine unbekannte Anzahl Aufständischer bereits westlich von Kundus deutsche Soldaten beschossen, aber niemanden verletzt. Auch die Fahrzeuge blieben unbeschädigt. Ebenfalls westlich von Kundus wurde an diesem Tag ein gepanzerter Geländewagen des Typs Wolf in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem vier deutsche Soldaten nicht lebensgefährlich verletzt wurden.

Stand: 21.05.2010 17:06 Uhr
 

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