Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Vor dem Kopenhagener Klimagipfel haben führende Forscher einen dramatischen Appell gestartet. "Dies ist der letzte wissenschaftliche Aufruf an die Unterhändler von 192 Staaten, den Klimaschutz-Zug in Kopenhagen nicht zu verpassen", erklärte Klima-Experte Hans Joachim Schellnhuber.
[Bildunterschrift: Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Schellnhuber, ist der Initiator des Appells an den Kopenhagen-Gipfel. ]
Im Kampf gegen die Erderwärmung müsse der Treibhausgas-Ausstoß bis 2100 gegen Null gehen, forderten Schellnhuber - der Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) - und rund zwei Dutzend seiner internationalen Kollegen - die meisten von ihnen Mitautoren früherer Weltklimaberichte. Die Wissenschaftler stellten ihre "Kopenhagen-Diagnose" zum Stand der Klimawandel-Forschung vor: Demnach müssten die Klimagas-Emissionen in spätestens fünf bis zehn Jahren ihren Gipfel überschritten haben und dann rapide sinken. Nur so ließen sich die ärgsten Folgen der Erderwärmung verhindern. Die Klima-Unterhändler "müssen die ganze Wahrheit über die globale Erwärmung und die damit verbundenen nie dagewesenen Risiken kennen", mahnte Schellnhuber.
[Bildunterschrift: Die Wissenschaftler warnen: Wird nicht bald etwas getan, schmelzen Gletscher und Polareis schneller als erwartet. ]
Den Wissenschaftlern zufolge werden einige Aspekte der Erderwärmung früher oder heftiger eintreten als zuvor im vierten Weltklimabericht 2007 prognostiziert. So könnte die weltweite Durchschnittstemperatur bis 2100 um bis zu sieben Grad steigen, wenn der CO2-Ausstoß nicht drastisch gesenkt wird. Bis 2050 müssten den Forschern zufolge die jährlichen Pro-Kopf-Emissionen an CO2 auf unter eine Tonne sinken - das wären 80 bis 95 Prozent weniger als der Pro-Kopf-Ausstoß in den Industrieländern im Jahr 2000.
Allerdings gelten die Chancen auf ein rechtsverbindliches Klimaabkommen in Kopenhagen als gering, stattdessen könnten sich die Teilnehmer auf eine politische Rahmenvereinbarung verständigen. Das geltende Klimaschutz-Protokoll von Kyoto läuft 2012 aus. Die USA arbeiten an einem eigenen Klimaschutzgesetz. Wegen des innenpolitischen Widerstands gilt es aber als ausgeschlossen, dass der US-Senat den Gesetzentwurf vor dem Gipfel verabschiedet.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW