Jubel und Freude über das Ergebnis der Klimakonferenz in Paris. | Bildquelle: AP

Klimaabkommen von Paris Ein solides Fundament

Stand: 13.12.2015 10:03 Uhr

Das Klimaschutzabkommen von Paris ist überwiegend positiv bewertet worden: die Einigung sei nicht perfekt, aber zu diesem Zeitpunkt wohl die bestmögliche Lösung, sagen die meisten.

Von Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion, zzt. Paris

"Ich schaue mich um, sehe nur positive Reaktionen, kein Widerspruch, das Abkommen von Paris ist angenommen." Mit dem Hammerschlag um 19.24 Uhr war es beschlossene Sache: Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, der Konferenzpräsident, landete am Ende einen Überraschungscoup. Ehe es noch einer mitbekam, war die Sache beendet.

Laurent Fabius und Laurence Tubiana | Bildquelle: dpa
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Mit geschickter Handlungsführung trug Fabius als Konferenzpräsident zum Erfolg des Abkommens bei.

Es war herausragend wie seine gesamte Konferenzleitung, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks. Es gab keine Chance auf Widerspruch: "Er hat so schnell Französisch gesprochen, dass die Dolmetscher nicht mehr mitgekommen sind", erklärt sie.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks im Gespräch mit Thomas Roth
tagesthemen 23:15 Uhr, 12.12.2015

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Ein ausgewogenes Abkommen

195 Staaten und die EU haben ein Abkommen beschlossen, das ab 2020 gilt und alle einbindet. Südafrikas Chefdelegierte Joyce Diseko gratulierte für die Staatengruppe der Entwicklungsländer und beschrieb die Haltung aller: "Der Text vor uns ist nicht perfekt, aber wir glauben, dass er ein solides Fundament darstellt, von dem aus wir alles weitere entwickeln können. Dieses Abkommen ist ausgewogen und das Beste, das wir in diesem Zeitpunkt haben können."

Klimaabkommen stößt weltweit überwiegend auf Zustimmung
tagesschau 20:00 Uhr, 13.12.2015, Gudrun Engel, WDR

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"Ich bin erleichtert, stolz und ein bisschen glücklich. Ich glaube, das kann man ruhig historisch nennen", sagte Hendricks. Die Staaten haben sich darauf geeinigt, die Temperaturerhöhung auf unter 2 Grad zu begrenzen, besser 1,5 anzustreben. Sie wollen dazu in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nicht mehr Klimagase produzieren, als das Ökosystem wieder aufnehmen kann. Dazu braucht es den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas, aber auch Alternativen.

US-Außenminister John Kerry macht denn auch darauf aufmerksam, dass die Politik nur den Rahmen vorgibt und nicht das Problem löst: "Es wird der Erfindergeist sein, der Pioniergeist Amerikas, es wird der entfesselte Unternehmergeist sein. Weil hier 196 Staaten der Wirtschaft mit lauter Stimme sagen: da müssen wir hin!"

"Die schönste und friedlichste Revolution von Paris"

Bei den Umweltverbänden mischen sich Lob und Kritik durchgängig. "Es ist schon großartig, dass die Welt in einer Zeit in der in Syrien der Bürgerkrieg tobt, wo Terror herrscht, sich zusammenfindet und von hier aus geht das Signal, dass es vorbei ist mit der Zeit der Kohle", sagt Martin Kaiser von Greenpeace. "Schlecht ist, dass die Verschärfung der Klimaziele so spät beginnt. Das muss schon am Montag losgehen", fordert Jan Kowalzig von Oxfam.

Das Abkommen wird auch für Deutschland eine Herausforderung. Schon frühere Zusagen für die Zeit bis 2020 sind noch lange nicht erfüllt. "Wir werden auch in Deutschland etwas tun müssen. Aber das tun wir ja auch schon. Wir haben den Klimaschutzplan 2020 und werden jetzt auch  einen Klimaschutzplan 2050 vorlegen", sagt Bundesumweltministerin Hendricks.

Pariser Konferenz einigt sich auf Klimaabkommen
Werner Eckert, SWR, zzt. Paris
13.12.2015 02:52 Uhr

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Frankreichs Präsident Francois Hollande, als Gast anwesend, beglückwünschte die Konferenz am Ende mit bewegten Worten. "In Paris hat es schon viele Revolutionen im Laufe der Jahrhunderte gegeben. Heute wurde die schönste und friedlichste Revolution erreicht."

Korrespondent

Werner Eckert, SWR Logo SWR

Werner Eckert, SWR

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