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Nach jahrelanger Blockadepolitik wollen sich die USA künftig am Kampf gegen den Klimawandel beteiligen. Außenministerin Clinton rief die internationale Gemeinschaft zu einem "bedeutenden" Aktionsplan zur Verringerung der Treibhausgase auf.
Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel staunte nicht schlecht. Nach der Rede von US-Außenministerin Hillary Clinton auf dem Forum für Energie und Klima in Washington eilte er zu den Journalisten und zeigte sich höchst erfreut, in der Klimaschutzpolitik habe die Obama-Administration im Vergleich zu der Regierung von George W. Bush eine völlig neue Position bezogen.
Und was der Bundesumweltminister damit meinte, waren vor allem die Bekenntnisse der amerikanischen Außenministerin zum Umweltschutz, die mehr als nur ein Lippenbekenntnis waren: "Die Wissenschaft ist eindeutig. Die Klimaveränderung ist für die Welt eine reale Gefahr und sie erfordert eine sofortige Zuwendung. Der Präsident und sein ganzes Team sind bereit, sich dieser Aufgabe anzunehmen – wir werden handeln."
An anderer Stelle wurde Clinton noch deutlicher, als sie sagte: "Die Vereinigten Staaten sind nicht länger unentschuldigt abwesend. Präsident Obama und ich machen die Klimaveränderung zu einem zentralen Punkt unserer Außenpolitik. Wir sind wieder voll dabei."
Das war von der amerikanischen Außenministerin ein klarer Seitenhieb auf die Vorgängerregierung von Präsident Bush, die die weltweite Bedrohung durch die Erderwärmung jahrelang heruntergespielt und das Kyoto-Abkommen zum Klimaschutz nie ratifiziert hat.
Das soll sich jetzt ändern. Auf dem Umweltforum in Washington versucht die Obama-Regierung, den Klima-Gipfel von Kopenhagen im kommenden Dezember vorzubereiten. Dort soll ein Nachfolgevertrag zum Kyoto-Protokoll verabschiedet werden, das 2012 ausläuft.
Vor allem Schwellenländer wie Indien und China blockierten neben den USA in der Vergangenheit die gemeinsame Verabschiedung von Maßnahmen zum Klimaschutz. Aber trotz der guten Grundstimmung in Washington müsse in den sieben Monaten bis zum Gipfel in Kopenhagen noch hart gearbeitet werden, meinte Bundesumweltminister Gabriel; denn auch die amerikanische Position liege noch weit hinter den Erwartungen von Klimaschutz-Experten zurück. Das Internationale Forum für Energie und Klima geht heute in der amerikanischen Hauptstadt zu Ende.
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