Eine US-Flagge hängt an einer Raffinerie in Kalifornien | Bildquelle: dpa

USA und Klimaschutz Es war schon immer kompliziert

Stand: 01.06.2017 18:14 Uhr

Die USA und der Klimaschutz - das war schon vor Donald Trump eine schwierige Sache. Ein Blick auf die Geschichte der UN-Klimaverhandlungen zeigt: Seit 25 Jahren sind die Vereinigten Staaten ein komplizierter Partner.

"America First": Das ist bei Klimaverhandlungen nicht erst seit Präsident Donald Trump die Devise der USA. Im Ringen um den Klimaschutz haben sich die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verbindlichen Vereinbarungen widersetzt.

Rio de Janeiro:

Beim Gipfel in Rio de Janeiro unterzeichnen die Vereinten Nationen im Jahr 1992 die Weltklimakonvention. Sie zielt erstmals auf ein verbindliches Abkommen ab, um die Treibhausgase zu reduzieren. Widerstand gegen die Einsparziele "von oben" kommt jedoch von den USA und ihrem Präsidenten George Bush. "Der amerikanische Lebensstil ist nicht verhandelbar", sagt der Republikaner.

Kyoto:

Auch unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton bremsen die USA beim Klimaschutz. Das zeigt sich unter anderem bei den Verhandlungen über das Kyoto-Protokoll. Washington fordert erfolglos, auch die Schwellenländer zu verpflichten. Das 1997 geschlossene Protokoll erlegt schließlich jedoch nur den reichen Ländern verbindliche Ziele beim Abbau von Treibhausgasen auf. Zwar unterschreibt Vizepräsident Al Gore das Abkommen 1998, doch es wird nicht ratifiziert. Die republikanische Mehrheit im Senat leistet Widerstand, sie fürchtet Schäden für die US-Wirtschaft. Das endgültige Aus kommt, als wieder ein Republikaner US-Präsident wird. George W. Bush übernimmt das Amt im Jahr 2001, er nennt das Kyoto-Protokoll "ungerecht und ineffizient" und stoppt die Ratifizierung. 2005 tritt es ohne die USA in Kraft.

Kopenhagen:

Auch die Verhandlungen über ein Nachfolgeprotokoll für Kyoto gestalten sich schwierig. Unter Bush beharrt Washington erneut darauf, die Schwellenländer einzubeziehen. Als der Demokrat Barack Obama 2009 Präsident wird, reist er im selben Jahr zum Klimagipfel von Kopenhagen. Er wertet es Erfolg, dass sich die Schwellenländer China und Indien überhaupt zum Umweltschutz bereit erklären. Aber auch hier kommt es zu keinen konkreten Vereinbarungen. Obama verlässt das Treffen, ohne dass das Abkommen zustande kommt.

Paris:

Gemeinsam mit China bringt Obama beim Klimagipfel von Paris 2015 tatsächlich konkrete Schritte auf den Weg: Washington und Peking ermöglichen den Abschluss des Pariser Klimaabkommens mit dem Ziel, die Erderwärmung auf "deutlich unter zwei Grad" zu begrenzen. Obama kann bei der Ratifizierung auf die Zustimmung des Senats verzichten - weil der Vertrag in den Formulierungen schwammig bleibt.

Mit Material der Nachrichtenagentur AFP.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. Juni 2017 um 18:00 Uhr.

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