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28.05.2012

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Ausland
Röttgen will Klimafonds nach Deutschland holen
Ankündigung auf der UN-Klimakonferenz in Durban

Röttgen will Klimafonds nach Deutschland holen

Ab 2013 soll ein Grüner Klimafonds aufgebaut werden, der Entwicklungsländern bei der Anpassung an Klimafolgen helfen soll. Bei der UN-Klimakonferenz in Durban warb Umweltminister Röttgen nun für einen Sitz der Institution in Deutschland. Dafür sei man auch bereit, eine Starthilfe bereitzustellen.

Von Claus Stäcker, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg zzt. in Durban

Bundesumweltminister Röttgen (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Röttgen kündigte eine millionenschwere Starthilfe für den Klimafonds an - wenn er nach Deutschland kommt. ]
Applaus für Deutschland - das war zu Konferenzbeginn in Durban nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Umweltminister Norbert Röttgen bekam den Beifall allerdings nicht für die Reduzierung deutscher Kohlendioxid-Emissionen, sondern für die öffentliche Bewerbung um den Grünen Klimafonds. Röttgen will den Sitz der künftigen Klimakasse nach Deutschland holen und dafür als Starthilfe 40 Millionen Euro bereitstellen. Ein Gedanke, für den sich die Welt offenbar erwärmen kann.

"Es gibt sicher auch von anderen Ländern Interesse daran; deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass meine Ankündigung durch Applaus im Saal unterbrochen wurde. Das hat mich ermutigt, auf diesem Weg weiterzugehen", sagte Röttgen kurz nach seiner Rede.

Audio: Röttgen will Klimafonds nach Deutschland holen - Druck auf China

AudioClaus Stäcker, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg 07.12.2011 19:09 | 2'38
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Röttgen wirbt um China und andere Schwellenländer

In der Rede hatte er noch einmal nachdrücklich an China und die anderen Schwellenländer appelliert, rechtlich bindende Klimaziele zu übernehmen. Die Welt habe sich verändert seit Kyoto 1997, so der Bundesumweltminister, heute müssten alle großen Kohlendioxid-Produzenten an Bord kommen. Er betonte: "Wir können den Klimawandel nur minimieren, wenn alle Staaten, die große Treibhausgas-Produzenten sind, sich anschließen und ihren fairen Anteil zur Reduzierung beitragen."

Ob Röttgen China und die Totalverweigerer USA, Russland, Japan und Kanada damit zum Umdenken bewegen kann, darf bezweifelt werden.

China hat nur nationale Klimaziele

Beim chinesischen Vertreter Xie Zenhua war zumindest davon nichts zu spüren. Ausführlich schilderte er, welche so wörtlich "schmerzvollen Umweltmaßnahmen" China bereits ergriffen habe. Bis 2015 will es den Anteil alternativer Energien auf 11,4 Prozent erhöhen, seinen CO2-Ausstoß um 17 Prozent reduzieren und die Waldfläche soll um ein Fünftel wachsen. Die entscheidende Frage aber, ob Peking ab 2020 bereit ist, sich völkerrechtlich bindenden Klimazielen anzuschließen, ließ Xie zur großen Enttäuschung vieler Teilnehmer offen. Diese Ziele im aktuellen Zwölfjahresplan seiner Regierung seien bindend, argumentierte Xie - nur eben nicht international. "Zugegeben", rechtfertigte er sich, "unser Kohlendioxid-Ausstoß hat einige Besorgnis erregt, aber ich bitte Sie, nicht zu vergessen, dass wir ein Entwicklungsland sind."

Das ist die zentrale Argumentation und altbekannt. Die China-Expertin der Umweltschutzorganisatiuon Greenpeace, Li Yan, ordnete sie dann auch so ein: "Diese Rede hatte nicht viel Inhalt. Das waren diplomatische Floskeln. Das war Blabla." Immerhin glaubt Greenpeace, dass sich Chinas Haltung im Konferenzverlauf noch ändern könnte. Signale dafür gebe es.

Arbeiter verladen in China Kohle auf einen Lkw (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: China will seinen CO2-Ausstoß verringern - aber nur nach nationalen Richtlinien. Arbeiter verladen Kohle auf einen Lastwagen. (Archiv) ]
Stand: 07.12.2011 19:47 Uhr
 

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