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Auftakt der UN-Klimakonferenz in Doha
"Wir können hier sofort noch mehr tun"
Den großen Wurf erwartet niemand, aber die Vertreter aus 193 Staaten sollen nicht umsonst zur Klimakonferenz nach Katar gekommen sein. Zum Auftakt in Doha rief die Chefin des UN-Klimasekretariats, Figueres, den Delegierten zu, eine Vereinbarung zu schaffen, der sich möglichst viele Länder verpflichtet fühlen.
Von Jakob Mayr, BR, zzt. in Doha
Die Botschaft ist nicht neu, die die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, zur Eröffnung der Klimakonferenz in Katar verkündete: Strengt Euch an, tut was, nutzt die Zeit in Doha. Hier bietet sich die einzigartige Gelegenheit, Gegenwart und Zukunft im Klimaschutz zu regeln.
Sie sagte den Teilnehmern: "Wir können hier sofort noch mehr tun. Für die Zukunft brauchen wir eine Vereinbarung, bei der alle gleichermaßen mitmachen und die wissenschaftlich tragbar ist."
Chancen der Klimakonferenz in Doha
J. Mayr, BR
26.11.2012 12:11 Uhr
Genau das soll der Doha-Gipfel leisten. Die Delegierten wollen das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz fortschreiben. Ende des Jahres läuft die erste Verpflichtungsperiode aus.
Weil sich aber nur noch wenige Industriestaaten an Kyoto gebunden fühlen, braucht es eine zweite, weit größere Vereinbarung, die ab 2020 auch die USA und große Schwellenländer verpflichten soll - China zum Beispiel. Doha könnte dafür die Grundlagen schaffen.
194 Staaten beraten über Kampf gegen Erderwärmung
tagesschau 11:00 Uhr, 26.11.2012, Daniel Satra, NDR
Figueres setzt dabei auf den Gastgeber: "Eine historische Gelegenheit für die Golfstaaten. Sie haben hier eine weltweite Bühne, um zu zeigen, wie sie Ernährung und Wasserversorgung sicherstellen, wie sie Wachstum nachhaltiger und Energieversorgung für alle belastbarer machen."
Das Emirat Katar verdankt seinen sagenhaften Reichtum vor allem dem Verkauf von Erdgas. Es gilt als das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen.
Kein Mitglied der Königsfamilie
Zur Eröffnung des Gipfels gibt sich kein Mitglied der Königsfamilie die Ehre. Für den Gastgeber redet Vizepremier Abdullah bin Hamad al Attiyah. "Klimawandel ist eine Bedrohung für die gesamte Menschheit", sagt er. "Wir müssen hart arbeiten, um das Schlimmste zu verhindern. Die kommenden Tage geben uns die goldene Gelegenheit dazu. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und zähle auf Ihre Unterstützung."
Umweltschützer hoffen, dass die Gastgeber ihren Worten Taten folgen lassen. Noch gibt es die Chance, die Erderwärmung wirksam zu stoppen, sagt Martin Kaiser von Greenpeace: "Angesichts der Berichte von Weltbank und Vereinten Nationen ist es klar, dass das Fenster, die Welt unter zwei Grad zu stabilisieren, immer noch offen ist und jetzt hier in Doha konsequent genutzt werden muss.
Und weil UN-Klimagipfel inzwischen schon berüchtigt dafür sind, ständig zu überziehen, schob die Chefin des UN-Klimasekretariats, Figueres, zum Auftakt noch eine kleine Bitte an die Delegierten nach: Schreibt hier in Doha auch Geschichte, indem ihr diesmal rechtzeitig fertig werdet.
Werner Eckert (ARD) zur Klimakonferenz
tagesschau24 11:00 Uhr, 26.11.2012
Stand: 26.11.2012 12:36 Uhr
