Bundesumweltminsterin Barbara Hendricks auf der Klimakonferenz in Bonn | Bildquelle: AP

Klimakonferenz in Bonn "Das ist der Geist von Paris"

Stand: 17.11.2017 17:31 Uhr

Umweltministerin Hendricks zieht eine positive Bilanz der diesjährigen Weltklimakonferenz in Bonn. "Das ist der Geist von Paris", sagte sie am letzten Tag der Veranstaltung. Experten sehen das jedoch anders. Dazu sind noch einige Finanzierungsfragen strittig.

Bundesumweltministerin Barabara Hendricks rechnet damit, dass Deutschland sich bis zur nächsten UN-Klimakonferenz ebenfalls zum Kohleausstieg bekennt. Es sei "sehr unwahrscheinlich", dass die nächste Bundesregierung dazu nächstes Jahr keinen Plan in der Tasche habe, sagte Hendricks bei der Weltklimakonferenz in Bonn.

Hendricks bedauerte, dass Deutschland beim Thema Kohleausstieg nicht konkreter geworden sei, was international Kritik auf sich gezogen habe. "Das muss natürlich die Verhandler zu Jamaika auch aufrütteln", sagte die scheidende Ministerin mit Blick auf die laufenden Sondierungsgespräche in Berlin. Es wäre aber "nicht anständig" gewesen, wenn sie der nächsten Bundesregierung hier vorgegriffen hätte.

Birand Bingül, WDR, zu den strittigen Inhalten auf dem Klimagipfel
Nachtmagazin 01:00 Uhr, 18.11.2017

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Regelwerk zum Pariser Abkommen

Die Ministerin bewertete die Klimakonferenz als Erfolg. Die 195 Staaten hätten Textentwürfe für ein Regelwerk zum Pariser Abkommen erarbeitet und damit die Erwartungen erfüllt, so die SPD-Politikerin. Alle hätten in Bonn dabei sein und mitwirken wollen, letztlich auch die USA, inoffiziell vertreten durch mehrere Bundesstaaten wie Kalifornien. Hendricks lobte die US-Delegation dafür, dass sie sich professionell verhalten und die Verhandlungen nicht blockiert habe. "Das ist der Geist von Paris", sagte Hendricks. 

Die US-Vertreterin Judith Garber wiederholte in ihrer Rede vor dem Plenum die Position, dass die USA dem Abkommen später vielleicht wieder beitreten könnten, "unter Konditionen, die günstiger für das amerikanische Volk sind".

Beschlossen werden müsse das Regelwerk nun bei der nächsten Weltklimakonferenz in einem Jahr im polnischen Kattowitz, sagte Hendricks. Bei dem in Arbeit befindlichen Regelwerk geht es vor allem darum, wie der klimaschädliche CO2-Ausstoß der 195 Ländern künftig gemessen und angegeben werden soll. Alle müssen dabei die gleichen Maßstäbe anwenden. Ziel des Pariser Abkommens ist es, die Klimaerwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst sogar 1,5 Grad einzudämmen.

Einige Finanzierungsfragen ungeklärt

Am letzten Tag waren insbesondere einige strittige Finanzierungsfragen noch nicht geklärt. Nach den Worten von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth verlangten Entwicklungsländer, dass die Industriestaaten konkretere Auskünfte über künftigen Klimahilfen geben sollten. Das stoße in vielen Geberländern, darunter Deutschland, an "Grenzen des Haushaltsrechts".

Die Regierungen könnten sich nicht über mehrere Haushaltsperioden hinweg festlegen. Nach dem Pariser Klimaabkommen sollen die Finanzhilfen für arme Staaten bis 2020 auf jährlich 100 Milliarden Dollar anwachsen.

Kritik vonseiten der Experten

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace vermisste bei den Verhandlungen in Bonn "Mut und Enthusiasmus". Die stärksten Impulse seien von außen gekommen, etwa von der Länderallianz, die gestern den Ausstieg aus der Kohle angekündigt habe, kritisierte Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss.

Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), forderte erneut einen schnellen Kohleausstieg: "Die Welt steckt in der Kohlefalle - und die UN-Klimakonferenz hat daran nichts geändert", kritisierte er. "Aus dieser Kohlefalle muss sich die Menschheit befreien, wenn sie die Kosten des Klimawandels begrenzen will."

Hendricks sagte, sie sei "fest davon überzeugt", dass am Ende der Konferenz wichtige Beschlüsse vorlägen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. November 2017 um 17:00 Uhr.

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